![]() |
![]() |
||||||||||||||||||||||
(Suche mit 'Enter' bestätigen) |
Sektion München - Besuch in Italien / Aviano
Sektion München besuchte die 31. Fighter Wing auf der AFB Aviano /Italien.
Trotz eines schwierigen Genehmigungsverfahren mit dem italienischen Verteidigungsministerium in Rom, konnte die Sektion München vom 14. bis 16. September 2011 mit 29 Personen eine höchst interessante Busreise nach Italien unternehmen. Der Sektionsleiter München Heinz Gerrits wurde von Captain Agneta Murnan Chief of Public Affairs und ihren Mitarbeitern des 31. Fighter Wing in der AFB Aviano dankenswerterweise ganz hervorragend unterstützt und betreut.
So startete die Reise bei wunderschönem Wetter über die Alpen mit dem ersten Ziel Auffahrt zur Auronzo-Hütte auf 2300 m Höhe unterhalb der grandiosen Drei Zinnen. Dabei richtete sich unser Blick auch auf die kriegerischen Ereignisse des 1. Weltkrieges in diesem Hochgebirgsabschnitt. In Pordenone wurden wir von Capt. Murnan und Mitarbeitern sowie amerikanischen und italienischen Militärangehörigen in einem ausgezeichneten Restaurant innerhalb der sehenswerten Altstadt empfangen. So konnten wir während eines ganz ausgezeichneten italienischen Abendessen die ersten persönlichen Kontakte knüpfen und zuletzt wurde Frau Murnan vom Sektionsleiter mit dem „berühmten Edelstahlfaltflieger Bücker" sowie weiteren bayerisch-kulinarischen Geschenken bedankt.
Anderntags sahen wir Capt. Murnan in Uniform wieder und mit ihr kam unser Bus über eine strenge Kontrolle mit italienischen Soldaten als Hausherren in die riesige AFB Aviano hinein. Die Italiener sind mit ca. 250 Soldaten in diesem Nato-Stützpunkt beteiligt ohne fliegende Komponente. Der historische Flugplatz „Pagliano e Gori" wird dieses Jahr im Herbst 100 Jahre alt. Schon 1912 starteten von hier italienische Piloten zu militärischen Aktionen und 1915 flogen von hier die Caproni-Bomberverbände. 1917 wurde Aviano von österreichischen Truppen eingenommen und die mehrfach ausgezeichneten gefallenen italien. Piloten Kapitän Pagliano und Lieutenant Gori gaben Aviano den Traditionsnamen. 1923 wurde vorausschauend getrennt von der Armee die italienische Luftwaffe gegründet. 1939 wurde Aviano die Jagd- und Bomberschule. 1943 wurde Aviano von Deutschland besetzt und Ju 88 und BF 109 flogen von hier ihre Einsätze gegen die Alliierten. Auch die Aeronautica Nazionale Repubblicana ANR flog von hier mit BF 109 bis Mai 1945. In der Nachkriegszeit übernahm das italienische Heer den südlichen Teil der Kaserne und ab 1952 flogen die Jets der 51. Stormo aus Istrana mit F-84 G in Aviano bis zur Wiederbelegung des Flugplatzes in Istrana ( derzeit mit AM-X). Ab 1952 begann mit einem Nato-Abkommen ein Stützpunktabkommen mit der US Air Force Europa mit sporadischer Verlegung der damaligen Jets F-100 Super Sabre, F-4 Phantom, F-16 Falcon und A-10 , die hier regelmäßig Übungen unter anderem auf dem Luft-Boden-Schießplatz bei Maniago nutzten. 1994 wurde endlich das 31. Fighter Wing mit 2 Geschwadern, die 510th Fighter Squadron „Buzzards" und 555th Fighter Squadron „ Triple Nickel" mit je 24 F-16 CMs stationiert - bis zum heutigen Tag. Von 1994 bis 1999 wurden 9000 Einsätze in 78 Tagen mit 40 000 Flugstunden auf dem Balkan durchgeführt (Deny Flight, Deliberate Force, Decisive Edge, Deliberate Guard, Allied Force und Joint Guardian) Die Einsätze im aktuellen Lybieneinsatz zusammen mit anderen Nato-Staaten dauern an.
Der Fliegerhorst ist italienisches Staatsgebiet und damit gelten auch die gesetzlichen Bestimmungen. Jede Tätigkeit wird entschieden vom italienischen Kommandeur in regelmäßigen Absprachen und die Verteidigung des Nato-Stützpunktes wird vom italienischen Militär gewährleistet. Dazu zählt natürlich auch die Zuständigkeit der Luftraumkontrolle. All diese militärischen Gegebenheiten wurden in der Begrüßung durch den italienischen Kommandeur Colonel Pil. Luca Cappelli in einem längeren Briefing dargestellt. Der Kommandeur des 31. Fighter Wing ist Brigadegeneral Scott J.Zobrist.
Die US Air Force hat ca. 3600 Militärs in Aviano stationiert, wobei derzeit die 555.th Squadron "Triple Nickel" in Kandahar Afghanistan im Einsatz ist. Es gibt eine Einheit die Fallschirmheinheiten der Army in Vicenza unterstützt und es werden jährlich ca. 28000 Passagiere und 7000 t Fracht mit 700 Flugzeugen im Terminal Management 724. AMS-USAF verfrachtet. Wir sahen eine riesige C-17 Galaxy auf dem Rollfeld sowie auch einige Marine-Flugzeuge. Die ca. 3400 Familienmitglieder des 31. Fighter Wing wohnen fast ausschließlich außerhalb des Fliegerhorst in den Dörfern und Städten der Umgebung und nur junge unverheiratete Militärangehörige wohnen im Fliegerhorst. Neben einem Golfplatz gibt es alle Annehmlichkeiten für die Geschwaderangehörigen. Darunter zählt auch das TV-/Radio AFN. Von Aviano aus startete im Juni 1995 Scott O'Grady, Pilot der 555th Staffel „Triple Nickel" zu einem Einsatz über Bosnien. Er wurde von einer Flugabwehrrakete bosnischer Serben abgeschossen und wurde nach mehreren Tagen spektakulär gerettet, worüber es einen Film gibt. Am 3. Februar 1998 startete von Aviano aus eine EA-6B Prowler des US Marine Corps und trennte bei Cavalese in einem unverantwortlichen Tiefflug ein Tragseil einer Seilbahn mit 20 Toten.
Die Sektion München hat einen Besuch in der 510th Squadron „Buzzards" machen dürfen mit Besuch der Wartung der F-16 Multirole, Waffensysteme und einem interessanten Briefing mit einem Piloten der Squadron. Er antwortete beispielsweise auf Fragen nach Einsatzdauer im derzeitigen Lybieneinsatz: „...ich bin bis zu 6 Std. im Einsatz mit mehreren Betankungen in der Luft und fliege so viel wie möglich über See wegen der anhängenden Waffen..."
Wir erlebten nach einem Gruppenbild unter einer F-100 Super Sabre noch extra für unsere Gruppe terminiert zwei Starts der F-16 CMs in den blauen Himmel. Nach einem Truppenmittagessen in der italienischen Kantine und der Rückfahrt durch den gigantischen Fliegerhorst zu einem der vier Tore, wurden wir von Capt. Murnan verabschiedet, die sich sichtlich freute ihre guten Deutschkenntnisse zu üben und die diesem ersten Besuch des Freundeskreis Luftwaffe eine große Bedeutung zugemessen hat.
Die Busreise durch wunderschöne Landschaften der Voralpen im Gebiet des Prosecco Weines fuhren wir nach Trento mit abendlicher Stadtführung und stimmungsvollen italienischen Abendessen im Hotel Everest. Anderntags besuchten wir in Trento das sehenswerte Caproni-Flugzeugmuseum am kleinen Regional Airport mit einer Führung. Dieses Museum beherbergt in erster Linie die historisch wichtigen Flugzeuge und Entwicklungen des genialen italienischen Flugzeugpionier Caproni sowie auch andere Exponate.
Heinz Gerrits, Leiter Sektion München
Alle Bilder gibt es hier (bitte Link in Browserzeile kopieren)
http://bildarchiv.freundeskreis-luftwaffe.de/thumbnails.php?album=60
|
||||||||||||||||||||||