![]() |
![]() |
||||||||||||||||||||||
(Suche mit 'Enter' bestätigen) |
Sektion München - Bericht des Besuchs in Meßstetten
Der Stein kam bei einem Besuch von Heinz Gerrits, dem Leiter der Sektion München und mir, seinem Stellvertreter, beim jetzigen Kommandeur der I. Lehrgruppe der Offiziersschule der Luftwaffe, Oberstleutnant Hinz, ins Rollen: Das Wappen des ehemaligen Fernmelderegiments 31, nun des jetzigen Einsatzführungsbereichs 1, zog meine Blicke als ehemaliger Angehöriger dieses Regiments auf sich. Schnell waren da Gesprächspunkte gefunden und Oberstleutnant Hinz stellte schließlich dankbarerweise auch den Kontakt zu seinem Nachfolger als Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 1, Oberstleutnant Volker Engelmann in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb her. Dank dessen wohlwollender Unterstützung und mit Hilfe "seines" unermüdlichen Oberstabsfeldwebels Ludolph kam schließlich ein Besuchsprogramm zustande, das in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist: 15 Mitglieder der Sektion München machten sich daraufhin Ende Mai auf nach Meßstetten zur Zollernalb-Kaserne auf dem Geißbühl, wo die Besuchergruppe von Kommandeur Oberstleutnant Engelmann, dem Einsatzstabsoffizier und natürlich unserem Betreuer Oberstabsfeldwebel Ludolph begrüßt wurde. Nach der doch etwas längeren Fahrt nach Meßstetten war anschließend die Teilnahme an der Truppenverpflegung, im Beisein der oben genannten Soldaten, gerade die richtige Stärkung und bot auch eine ausgezeichnete Möglichkeit zum ersten Kennenlernen. Der Bezug der Unterkünfte ("Betten bauen" eingeschlossen) war dann hauptsächlich für einige mitreisende Ehefrauen doch ein neues Erlebnis. Nach einem kurzen Rundgang zu den im Kasernenbereich ausgestellten Exponaten aus vergangenen Zeiten des Radarführungs- sowie des Tieffliegermelde- und leitdienstes hieß es schon "Aufsitzen" und "Marschbereitschaft herstellen". Der Höhepunkt des ersten Tages, die Besichtigung des Bunkers "Martin" auf dem Großen Heuberg stand bevor. Bevor wir aber zur Besichtigung des Bunkers kamen, durften wir noch an einem militärischen "Schauspiel" teilnehmen. Die Einheit war angetreten: ein Soldat wurde belobigt, eine Soldatin befördert. Für Anlässe dieser Art sicher der angemessene Rahmen. Als besonderes Gastgeschenk wurde bei dieser Gelegenheit der diensthabenden Crew eine mitgebrachte Torte in Form des Verbandswappens überreicht. Vom Einsatzführungsbereich 1 wird von der Luftwaffenkampfführungsanlage Bunker "Martin" aus das CRC (Control and Reporting Center) "Sweet Apple" betrieben. Der Hauptauftrag besteht dabei in der pausenlosen Luftraumüberwachung im zugewiesenen Verantwortungsbereich, welcher den gesamten süddeutschen Luftraum und den der angrenzenden Nachbarstaaten Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien und Tschechien umfasst. Der Einsatzführungsbereich 1 stellt damit gleichsam Auge und Ohr für die wichtigsten Teile des deutschen Luftraums, da sich, wie auf den gezeigten Radarbildern eindeutig erkennbar, der größte Teil des mitteleuropäischen Luftverkehrs auf der Achse Frankfurt - München - Wien abspielt. Da gegenüber der Zeit des Kalten Krieges die Strukturen des Einsatzführungsdienstes radikal verschlankt wurden, stellt der Einsatzführungsbereich 1 inzwischen einen süddeutschen Unikatsverband dar: Einheiten mit ähnlichen Aufgaben in Birkenfeld, Freising und Lauda wurden längst aufgelöst. Gespannt betraten die Mitglieder des Freundeskreises also das Bauwerk, einerseits sicher ein Relikt des Kalten Krieges mit all seinen atomaren Schreckensbildern, andererseits aber im Zeichen heutiger terroristischer Übergriffe und Katastrophen bisher ungeahnten Ausmaßes, von unschätzbarem Wert. Von der Bunkerfeuer in den Gebrauch der Rettungshauben und vom diensthabenden Master Controller ausführlich in die Aufgaben des Verbandes eingewiesen, konnte der Rundgang beginnen. Der Besuch der Operationszentrale (Ops) war hier natürlich der Höhepunkt, wenn auch die unvergleichliche Atmosphäre eines früheren Dark Room längst Vergangenheit ist. Der eher handelsübliche Bildschirm und die Steuerung mit der Maus haben auch hier Einzug gehalten. Aber auch die Besichtigung der technischen Einrichtungen des Bunkers kam nicht zu kurz. Die Zeit verging wie im Fluge und schon war wieder die Rückfahrt zum Unterkunftsbereich angesagt. Im Albcasino bei ausgezeichnetem Abendessen und passenden Getränken wurde dann noch lange über das Gesehene diskutiert, bevor wir wohlbewacht die heutigen Bundeswehrbetten testen konnten. Am nächsten Tag war, bei leider etwas stürmischem und nassem Wetter, noch eine Besichtigung durch die unweit von Meßstetten gelegene Burg Hohenzollern auf dem Programm, wobei die Führung dankenswerterweise von Stabsfeldwebel Reck durchgeführt wurde. Alle Teilnehmer waren sich anschließend einig: "Volle Punktzahl für die gebotene herzliche Gastfreundschaft und den Blick in einen oftmals im Schatten der fliegenden Einheiten stehenden Bereich der Luftwaffe." So bleibt nur zu wünschen, daß das Gespenst "Standort- und truppenreduzierung" am Einsatzführungsbereich 1 und an Meßstetten vorübergeht und auch Politik und oberste militärische Führung erkennen, welchen ausgezeichneten Verband, bewährt in der taktischen Führung von Luftstreitkräften und als Spezialist für Übungen (z. B. der Hochwertübung Elite) und Großveranstaltungen (z. B. nationenübergreifend bei der Fußballweltmeisterschaft) die Soldaten, Soldatinnen und zivilen Beschäftigten des Einsatzführungsbereiches 1 darstellen.
Peter Aigner
|
||||||||||||||||||||||