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03.05. 2010: Frankreich Fahrt - Rückblick und Bilder
Freundeskreis Luftwaffe Sektion München in der Base aérienne 113 "Commandant Antoine de Saint- Exupery"
Unter der Leitung von Heinz Gerrits und Capitaine Clement Fetet - französischer Verbindungsoffizier an der OSLw Fürstenfeldbruck - fuhren vom 3.bis 5. Mai 2010 32 Sektionsmitglieder mit dem Bus nach Saint Dizier zur Base aérienne 113.
Die Magintolinie Unterwegs war eine eindrückliche Besichtigung der Maginotfestung Schönenbourg im Elsass mit einer 3 km Wanderung 30-60 m unter der Erde bei rund + 13 C. 600 Festungssoldaten haben im 2. Weltkrieg um die 16 000 7,5 cm Granaten verschossen , während die Wehrmacht mit Stukas und schwerer Artillerie versucht hat, das Festungssystem zu knacken. Dies gelang nicht und erst nach der Kapitulation hat sich die Besatzung ergeben.
Saint Dizier Die Gruppe konnte größtenteils im Fliegerhorst in Saint Dizier übernachten und das Essen in der "Messe mixte" mit einem guten Rotwein genießen. Die Besichtigung des inzwischen wichtigsten Fliegerhorst der Armée de l´ air wurde anderntags am Vormittag durchgeführt. Eine sehr kompetente Dame der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit (der Anteil der Frauen in der Armée de l´air beträgt über 20 %) hat in einem Briefing die Base aérienne 113 vorgestellt. Etwa 40 Rafale sind dort in zwei Geschwadern stationiert: das Escadron de Chasse 1/7 "Provence" und das Escadron de Chasse 1/91 "Gascogne" mit zusätzlicher nuklearer Fähigkeit. Insgesamt sind etwa 1800 Soldaten und Zivilisten auf diesem Stützpunkt beschäftigt.
Während die Flugbasen Colmar, Reims und Metz derzeit geschlossen werden, hat Saint Dizier aus politisch-regionalen Gründen den Vorzug erhalten und ist für die Region der wichtigste Arbeitgeber geworden. Nach der Übergabe der Flugbasis an die Armée de l´air wurde in den 50iger Jahren zuerst mit der F-84 geflogen, dann mit der großen zweistrahligen Mirage IV als Bomber mit konventioneller und nuklearer Bewaffnung. Es folgten dann weit über 30 Jahre mit der Jaguar, bevor die Rafale nach und nach eingeführt wurde. Wir konnten im Wartungshangar die Triebwerkwartung sehen, die anders wie bei der Luftwaffe weitgehend durch Militärangehörige durchgeführt wird. Ebenso interessant war auch die Wartung der Martin Baker Schleudersitze zu sehen mit dem Einpressen des Fallschirms unter starkem Druck. Es wurden uns auch im Detail die unterschiedlichsten Dinge zum Überleben des Piloten bei Ausstieg vorgeführt.
Escadron 1/7 "Provence" Zuletzt konnten wir das Escadron 1/7 "Provence" besuchen und eine für uns abgestellte Rafale im Detail ansehen, während einige Jets mit Nachbrenner die Startbahn entlang flogen. Dieses Escadron mit dem Wappen am Heck „Adler mit Totenkopf auf blauem Grund" wurde 1932 in Dijon gegründet, 1939 nach Tunesien mit der Morane 406 verlegt und griff 1940 in Ägypten die Italiener als Invasoren an. Sie kämpften während des 2. Weltkrieg vornehmlich im südlichen Mittelmeerraum von Algerien aus, hatten ab 1943 insgesamt 4400 Kriegseinsätze mit 17 feindlichen Abschüssen. 1953 bekam die Gruppe die ersten Mistral und 1960 etwa wurde auf Mystere IV A auf der Basis Dijon umgerüstet. 1972 wurde dann auf die Jaguar als Jagdbomber umgerüstet, die bis 2005 geflogen wurde. Die Jaguars wurden im Golfkrieg, Bosnien und Afrika eingesetzt. 2006 kamen dann die ersten Rafale auf die Basis 113 , wobei die Rafale auch in Afghanistan in Kandahar stationiert waren.
"Rafale" Ähnlich wie der Eurofighter wird die Rafale in der Rolle als Jagdflugzeug, Jagdbomber, Aufklärer sowie in Frankreich auch in der nuklearen Rolle eingesetzt. Etwa 58 Rafale sind bei den Marinefliegern für den Einsatz auf den Flugzeugträgern mit verstärktem Fahrwerk im Dienst. Die Rafale wird nach und nach die Mirage 2000 ablösen und dann das einzige Kampfflugzeug sein. An den insgesamt 14 Aufhängepunkten können 9500 kg an unterschiedlichsten Waffensysteme , Zusatztanks, Aufklärungsbehälter und Selbstschutzsysteme mitgeführt werden. Zwei Triebwerke SNECMA M88-2-E4 Mantelstromtriebwerke leisten ohne Nachbrenner 2 x 48m7 kN und mit Nachbrenner 2 x72,9 kN. Höchstgeschwindigkeit 2.125 km/h bzw. Mach 1,97 (auf 10 000 m ). Maximale Dienstgeschwindigkeit Mach 1,78 auf 10000 m Höhe und in Meereshöhe Mach 1.13. Dienstgipfelhöhe: 16.763 m sowie Steigleistung mehr als 305 m/s mit einem Einsatzradius von ca. 1000 km als Abfangjäger. Bewaffnung 30 mm- Kanone GIAT 30 M791 sowie Luft-Luft-Flugkörper Magic 2 und MICA. Lenkbomben wie GBU-12 und AASM sowie zukünftig auch Luft-Boden-Marschflugkörper SCALP-EG eine franz. Version der Storm Shadow. Die ASMP-A als überschnallschnelle Abstandswaffe mittlerer Reichweite. Als Seezieflugkörper wird die bewährte AM 39 Exocet eingesetzt. Die Basis hat ein umfangreiches Trainingssystem mit Simulatorgebäude sowie eine gewisse Anzahl von Doppelsitzer für das Pilotentraining.
Tagesabschluß Abschließend fuhr die Gruppe in die Stadt in das Cercle du Garnison und erlebte in einem dachartig verglasten Innenhof mit wunderschönen Ambiente ein franz. Menü der Sonderklasse. Dort konnte Heinz Gerrits dann auch das Wappen des Freundeskreis überreichen sowie gekonnt den Edelstahldoppeldecker falten, was jedes mal für den Beschenkten eine Freude ist zuzusehen. Natürlich hat das Führungspersonal in der Basis die schon traditionellen bayerischen Tüten mit bayerischem Bier, Weisswürsten in der Dose sowie süßen Senf als kleine Aufmerksamkeit erhalten.
Dornier Museum Nach einer Übernachtung in Breisach ging es am dritten Tag über den Schwarzwald und Bodensee nach Friedrichshafen in das neue Dornier Museum. Wir waren dort nicht alleine und erlebten dieses eindrucksvolle neue Museum mit einer Führung.
Letztendlich wurde zum Ende der Fahrt den beiden Organisatoren der Reise Capitaine Fetet und Heinz Gerrits als Sektionsleiter gedankt in der Hoffnung, dass sich im nächsten Jahr die Planung einer Italienreise realisieren lässt.
Gerrits
Bilder der Frankreich-Fahrt mit den Zielen: - Base Aérienne Saint-Dizier - Maginot-Linie - Dornier Friedrichshafen.
Bildergalerie hier: Bilderalbum
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