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Gedenken an OLt Ludger Hölker (15.09.2009)

Freundeskreis Luftwaffe e.V., Sektion München gedenkt Oberleutnant Ludger Hölker am 15.September 2009

 


Am 15. September 1964 stürzte hinter dem Dorf Straßberg bei Bobingen nahe Augsburg eine Schulungsmaschine des Typs T-33 A vom Jagdbombergeschwader 32 in ein Waldstück, nachdem durch Schubverlust bei einem Instrumentenausbildungsflug die Maschine in den Sinkflug auf das Dorf in niedriger Höhe zuflog.

Oberleutnant Ludger Hölker verblieb als Flugzeugführer so lange in der anstürzenden Maschine, bis keine Gefahr mehr für die Ortschaft bestand. Dieses selbstlose Verhalten hat ihn das Leben gekostet, jedoch Strassberg und seine Bewohner vor einer Katastrophe bewahrt. Die offizielle Flugunfalluntersuchung bestätigt dies und kommt zu folgendem Schluss:

Hölker konnte sich zwar noch mit dem Schleudersitz aus der Maschine herausschießen, aber der Schirm hat sich nur unvollständig geöffnet. Er erlag rund zwei Stunden später seinen Verletzungen. Das zweite Besatzungsmitglied auf dem Rücksitz konnte sich rechtzeitig vor dem Dorf aus der schon tief fliegenden Maschine retten.

General Limberg hat in einer bemerkenswerten Rede am 18.Oktober 1977 dazu unter anderem gesagt: "In dieser Zeit, in der so viel von der Wahrung persönlicher Rechte und der Erfüllung individueller Bedürfnisse die Rede ist, soll die Erinnerung an Leben und Tod dieses vorbildlichen Offiziers uns und allen künftigen Offiziere der Luftwaffe lehren, welche Haltung im Augenblick der Wahl zwischen Leben und Tod den Soldaten unseres Staates in besonderer Weise auszeichnet."

Nur zehn Tage nach dem Unfall beschließt die Gemeinde Strassberg, eine Straße in der Gemeinde nach Ludger Hölker zu benennen. Gut einen Monat nach dem Unglück, am 18. Oktober 1977, hat der damalige Inspekteur der Luftwaffe, General Limberg, die Namenstafel „Ludger Hölker Saal" für das Auditorium Maximum der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck eröffnet. Im gleichen Atemzug wurden sowohl die Verbindungsstraße zwischen dem Flugplatz Lechfeld und der Kaserne als auch eine Straße in seiner Heimatgemeinde Billerbeck nach Hölker benannt.

Vierzig Jahre später, am 15. September 2004, errichtete die Stadt Bobingen mit dem eingemeindeten Ortsteil Strassberg an der Unfallstelle einen Gedenkstein, wo seither jährlich dem Opfer Ludger Hölkers gedacht wird.

Gedenkstein Ludger Hölker

Oberstleutnant a.D. Harald Meyer, der als ehemaliger Pilot maßgeblich diesen Gedenkstein zusammen mit der Gemeinde Bobingen geplant und realisiert hat,  war es auch, der erstmalig den Freundeskreis Luftwaffe e.V. mit der Sektion München zu dieser  Ehrung eingeladen hat. Dieser Einladung sind der Sektionsleiter Heinz Gerrits sowie Gerhard Berstel und Bernd Hiltner gerne gefolgt und legten zusammen mit rund 25 weiteren Personen - zumeist ältere Menschen aus der Gemeinde, die dieses Unglück miterlebt hatten - ein Blumengruß nieder und gedachten dieses Tages vor 45 Jahren.

Auch in den kommenden Jahren möchte der Freundeskreis Luftwaffe e.V. mit der Sektion München wieder in Bobingen beim Gedanken an Oberleutnant Hölker vertreten sein.

 

Heinz Gerrits

 

 

 

Gedenken Ludger HölkerGedenken Ludger Hölker

 

Bild links: Herr Lenski, Gemeindeverwaltung Bobingen, Heinz Gerrits Sektion München, Fähnich Goha 9.OSLw Fürstenfeldbruck sowie OTL a.D. Harald Meyer

Bild rechts: Heinz Gerrits, Bernd Hiltner, OTL a.D. Harald Meyer und Gerhard Berstel.