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Besuch des Freundeskreises Luftwaffe e.V. bei der Bundespolizei (27.04.2009)


Bundespolizei

29 Mitglieder der Sektion München des Freundeskreises Luftwaffe e.V. betraten am 27.April in Oberschleißheim gewissermaßen „historischen Boden“: durch königliche Verfügung wurde dort am 1. April 1912 eine „Fliegerkompagnie“ aufgestellt und seither gilt dieses Datum als Gründungstag der „Königlich Bayerischen Fliegertruppe“ und des Fliegerhorstes Oberschleißheim. Nach einer wechselnden Belegung in zwei Weltkriegen und der Nachkriegszeit endete die militärische Nutzung des Flugplatzes am 30.Juni 1981 mit dem Abzug der Heeresfliegerstaffel 8 der Bundeswehr.
Ziel der Besuchergruppe war daher auch keine Einheit der Luftwaffe, sondern die seit September 1964 ebenfalls auf dem weitläufigen Gelände untergebrachte Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim, der früheren Bundesgrenzschutz-Fliegerstaffel Süd.

Die Bundespolizei und ihre Fliegergruppe

Polizeihauptkommisar Jürgen Ackermann, selbst Pilot und Schwarmführer und zugleich zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, begrüßte die Mitglieder des Freundeskreises und erläuterte dann anhand anschaulichem Film- und Folienmaterials die Gliederung und die Aufgaben der Bundespolizei, unter besonderer Berücksichtigung des zugehörigen Flugdienstes.
Der Bundespolizei-Fliegergruppe in St. Augustin bei Bonn als vorgesetzter Dienststelle unterstehen u.a. die fünf Bundespolizei-Fliegerstaffeln in Fuhlendorf bei Hamburg, Blumberg bei Berlin, Fuldatal, Oberschleißheim und St. Augustin selbst.
Die eingesetzten Hubschrauber sind grundsätzlich zivil registriert, im Gegensatz zu militärisch registrierten Maschinen sind dadurch beispielsweise grenzübergreifende Einsätze wesentlich unbürokratischer durchzuführen.

Bundespolizei

Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim

Der Zuständigkeitsbereich der Staffel in Oberschleißheim und ihrer zwei ausgelagerten Stützpunkte in Schwandorf und Donaueschingen erstreckt sich auf die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, somit auf den gesamten Süden der Bundesrepublik. 110 Beamte, davon allein 50 Mann und zwei Frauen fliegendes Personal sind für den Betrieb von 15 Hubschraubern der Typen Eurocopter EC135, EC155 und AS 332 Super Puma verantwortlich. Die Aufgaben der Staffel haben sich seit Bestehen fortwährend erweitert. Von den Grenzüberwachungsflügen im „Kalten Krieg“ über die Aufgaben im Luftrettungsdienst und weltweiter humanitärer Hilfeleistungen bis hin zu ebenfalls weltweiten polizeilichen Einsätzen im Rahmen überstaatlicher Organisationen (EU/UN) wird ein breites Aufgabensprektrum abgebildet. Dieses umfasst unter anderem:

  • die Überwachung von Grenzen einschließlich der Außengrenzen der EU-Mitgliedstaaten,
  • die Überwachung der Anlagen der Deutschen Bahn, hier besonders der ICE-  Hochgeschwindigkeitsstrecken,
  • die Hilfe bei schweren Unglücksfällen und Katastrophen im In- und Ausland,
  • die Suche nach vermissten Personen,
  • die Suche nach flüchtigen Straftätern,
  • die Unterstützung der Polizeien der Bundesländer,
  • die Beförderung sicherheitsgefährdeter Personen und Gästen der Bundesregierung,
  • die Unterstützung von Behörden des Bundes und der Länder,
  • die Sicherstellung des Luftrettungsdienstes.

Aufgrund der Nähe zu den Alpen wird die Oberschleißheimer Staffel auch bei Lawinen- und Seilbahnunglücken, bei Gebirgswaldbränden und Bergunfällen eingesetzt. Für die Luftrettung im Hochgebirge sind deshalb an den Luftrettungs-zentren Traunstein und Kempten (Christoph 14 und Christoph 17) speziell ausgerüstete Zivilschutzhubschrauber vom Typ EC135 stationiert.

Hubschrauber zum Anfassen

Auch die Besichtigung der „Hardware“ kam nicht zu kurz. Alle in Oberschleißheim befindlichen Hubschraubertypen und die besondere polizeiliche Ausstattung (u.a. Rettungswinde, Bergetau, Nachtsichtgerät, Hinderniswarnsystem HELLAS) konnten bestiegen und begutachtet werden. Geduldig beantworteten die Piloten die oftmals sachkundigen Fragen der  Freundeskreismitglieder.

Bundespolizei Hubschrauber

Bei diesem spannendem Programm verging die Zeit sprichwörtlich wie im Flug. Heinz Gerrits, Leiter der Sektion München, bedankte sich herzlich für den warmen Empfang und das engagierte Programm mit dem Wappen des Freundeskreises, dem inzwischen schon berühmten Klappflieger und einer Flasche „Fliegerbrause“.

Als Fazit bleibt festzustellen, dass die teilnehmenden Mitglieder der Sektion München diesen Blick über den Zaun in eine weitere Fliegerwelt ganz sicher nicht bereuten und die für manche Teilnehmer weite Anreise vergessen ließen.

Peter Aigner