Weitere Inhalte
Aktuelles
Sektion Berlin
Sektion Kerpen
Sektion München
Sektion Dresden
Internet-Links
Flug Revue
Archiv
Impressum
Kontakt
Luftwaffe.de
Neues aus dem Verein

Jeden Monat NEU
das Editorial aus der FLUGREVUE
siehe Aktuelles


(Suche mit 'Enter' bestätigen)

 

 

FLUG REVUE


 

produced by basta!media

 

 

PDFDruckenE-Mail

Sektion Dresden - Bericht zum Ausflug an die Rhön vom 18.06.2011

 

„Von der Wiege des Segelfluges zum heißesten Punkt des Kalten Krieges“

 

 

Diesmal stand für 16 Mitglieder und Gäste der Sektion Dresden ein Wochenendausflug in die schöne Rhön auf dem Programm.

Und dies mit gutem Grund: Feiert doch die Wasserkuppe ihr 100-jähriges Jubiläum nach dem Motto „100 Jahre Traum vom Fliegen auf der Wasserkuppe“.

Im Deutschen Segelflugzeugmuseum wird die über 100-jährige Geschichte des Segelfluges anhand von 50 Flugzeugen, bestehend aus Originalen und Repliken, dokumentiert. Der geführte Besuch wies dabei auf besondere Pionierleistungen sowohl einzelner Piloten als auch auf besondere wissenschaftliche Leistungen im Segelflug und –bau hin.

Aus der Vielzahl interessanter Exponate sei stellvertretend auf solche Flugzeuge hingewiesen: Modell des ersten Segelflugzeuges auf der Wasserkuppe F.S.V VIII, die RRG Raketen-Ente geflogen von Fritz Stamer 1928 (damit der erste Raketenflug der Menschheit), die F.S.3 „Besenstiel“ von Schulz 1924, die formschöne KVA 10B „Rheinland“ von Felix Kracht 1938, das am Hang fußstartfähige (!) Hangsegelflugzeug Ulf-VJ-25H, die DFS Olympia-Meise von 1939 sowie die Durchführung wissenschaftlicher luftelektrischer Messungen durch Dr. Manfred Reinhardt auf der Kranich III D-1398 in den 1950-er Jahren.

Das Museum bietet aber auch hochinteressante Informationen beispielsweise zu Antrieben für Motorsegler, eine einzigartige Sammlung von Modellmotoren (Kolben-, Stern- und Wankelmotoren), Übersichten über Bauweisen im Segelflugzeugbau u.a. Bei der Besichtigung der Werkstatt durften wir bei der Restaurierung eines Oldtimers mit der einstigen Kennung D-KALP zuschauen.

Ein weiterer Höhepunkt auf dem Gelände der Wasserkuppe stellte die Besichtigung der letzten noch vorhandenen Radarkuppel (Radom, abgeleitet von der Kurzbezeichnung von Radar-Domizil) dar. Dorthin gelangte die Gruppe vorbei am Ursinus-Haus, dem Mitbegründer und Organisator des Segelflugwettbewerbe auf der Wasserkuppe. Zu Lebzeiten nannten ihn die Flieger respektvoll den „Rhönvater“. Das Radom, diese weithin sichtbare Landmarke ist nicht nur Hessens höchste Erhebung sondern auch ein Kulturdenkmal auf dem einstigen militärischen Sperrgebiet. Nach dem 2. Weltkrieg wurden hier insgesamt vier Radarstationen zur Luftraumüberwachung der ehemaligen Ostblockstaaten errichtet und durch bis zu 800 Militärangehörige betrieben. Heute ist das markante Gebäude Kulturstätte sowie Treffpunkt und Vereinshaus der Drachen- und Gleitschirmflieger. Die Besichtigungstour umfasste das Gebäude mit einer modellhaften Darstellung des einstigen Areales mit Erläuterungen zur militärischen Nutzung und auch die Kuppelhalle (18 Meter Höhe), wo einst das Antennendeck untergebracht war. Die kreisförmig angeordnete Aussichtsplattform gewährte einen herrlichen Blick auf die schöne hessische und thüringische Rhön.

Der zweite Besuchstag war der Besichtigung des „Hauses auf der Grenze“ sowie des vor-maligen US-Beobachtungspunktes „Point Alpha“ an der ehemaligen Grenze DDR/BRD gewidmet. Dieser Ausstellungskomplex ist ein einmaliges Zeitzeugnis des Machtkampfes zweier unterschiedlicher politischer Systeme. Die Dauerausstellung im blauen Grenzhaus zeigt das Grenzregime der DDR und das Leben der Bevölkerung im Sperrgebiet. Entlang der originalen und teilweise rekonstruierten Grenzanlagen wird die Situation an der ehemaligen innerdeutschen Grenze dargestellt. Als Einstimmung auf diese Thematik wurde in einem Raum (als DDR-Wohnzimmer nachgestaltet) eine multimediale Darstellung der friedlichen Revolution und ihres gewaltlosen Kampfes um Freiheit und Bürgerrechte von 1989 gezeigt.

Nach einem kurzem Fußmarsch entlang des ehemaligen Grenzkolonnenweges gelangten wir zum US-Beobachtungsposten „Point Alpha“. Dieser Punkt wird richtigerweise als der heißeste Punkt des Kalten Krieges bezeichnet. Dort, wo bis 1989 der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes erwartet wurde, verrichtete eine US-Einheit, die „Black Horse“, ihren Dienst und hatten eine wichtige Aufgabe im Verteidigungskonzept der NATO zu erfüllen. In den authentischen Gebäuden des ebenfalls denkmalgeschützten US-Stützpunktes wird die globale Dimension des Kalten Krieges sichtbar. Viele Exponate und Zeitzeugenberichte veranschaulichen das Leben und Emotionen an diesem Konfrontationspunkt.

 

Rainer Appelt - Leiter Sektion Dresden - FKLw

Modell F.S.V. VIII

Besenstiel

Olympia-Meise

Rheinland

RRG Raketen-Ente

Hangsegler

D-1398

D-KALP

100 Jahre WK

Ausstellungshalle

Ursinus Haus

Radom

Rhon

Kunst im Radom

Fliegerdenkmal

Geschichte_des_Denkmales

Haus auf der Grenze

Kolonnenweg zum Point Alpha

DDR Grenzposten

in der Ausstellung

DDR Wachturm

Point Alpha 2009

US Wachturm