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März 2010: Besuch bei der Offizierschule des Heeres

 

Die Offizierschule des Heeres - eine moderne Bildungseinrichtung der Bundeswehr

 

OSH WappenWir, die Mitglieder der im März diesen Jahres im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr neugegründeten Ansprechstelle des Freundeskreises Luftwaffe, waren schon neugierig auf unsere Nachbarn, die Offizierschule des Heeres (OSH) in der Albertstadt-Kaserne Dresden.

Schon beim „Sammeln" im Foyer des Lehrgebäude der OSH wurde unsere Gruppe vom Kommandeur der OSH, Brigadegeneral Franz Pfrengle, über den Anlass unseres Besuches angesprochen und begrüßt.

Anschließend wurde die Gruppe wurde vom Referenten Oberstleutnant Henry Hölzner, Leiter des Schulstabes der OSH übernommen und wir erhielten in einem Vortrag wichtige Informationen zur Geschichte und Aufgaben der Albertstadtkaserne und der OSH:

Die Offizierschule des Heeres nutzt heute drei in der Marienallee gelegene Kasernen der Königlich-Sächsischen Armee in der Albertstadt. In der sächsischen Kadettenanstalt wurden bereits Offiziere wie Oberst Stauffenberg und die Generale de Maizere und Graf Baudissin ausgebildet. Auch der bekannte Jagdflieger Max Immelmann erhielt hier seine Infanterieausbildung.

Nach einer sehr wechselvollen Geschichte kehrte am 14. September 1998 nach einer feierlichen Indienststellung die Offizierausbildung nach Dresden zurück, nachdem der damalige Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe 1993 diese Entscheidung getroffen hat.

In der Albertstadt erhalten jährlich ca. 3500 Offizieranwärter und Offiziere des Heeres sowie Offiziere in Heeresuniform, die außerhalb der Teilstreitkraft Heer ihren Dienst versehen, die entscheidenden Teile der Ausbildung. Das Ausbildungsspektrum reicht dabei von der Erstausbildung des Anwärters bis zum Lehrgang für Bataillonskommandeure. Den Anwesenden wurde im Vortrag sehr bewusst, dass die komplexe Ausbildung in hoher fachlicher und sozialer Kompetenz als Führer, Erzieher und Ausbilder gemäß dem Motto von Scharnhorst „In Freiheit dienen" erfolgt. Dies ist auch eine Erklärung dafür, dass die Ausbildung eines Offizier mit Studium einen Zeitraum von ca. 7 Jahren umfasst.

Ein nachfolgender Rundgang durch ausgewählte Einrichtungen verdeutlichte diese dazu notwendige Komplexität und Modernität. Ein besonderer Höhepunkt war dabei das vorgestellte Gefechtsübung-Simulationssystem SIRA, das eine interaktive Simulation von Stabs- und Führungsübungen mit bis zu 12 Parteien in Echtzeit ermöglicht. Wir konnten uns aber auch von modernen Einrichtungen für den Sport, der Wissensaneignung sowie der medizinischen Betreuung überzeugen.

Der Rundgang fand seinen Abschluss im ehemaligen Exerzierhaus, der heute ein imposanter Mehrzweckbau ist. In diesem erhalten die Absolventen in feierlicher Form ihren „Offizierbrief". Für uns Mitglieder war es schon eine kleine Sensation, dass selbst die vorherige Nutzung dieser Halle sowohl durch die NVA als auch durch die Sowjetarmee wenig Spuren an kostbaren Geschichtszeugnissen hinterlassen haben. Beendet wurde der informative Tag durch ein gemeinsames Abendessen im Offizierskasino. Die Anwesenden waren sich einig, einen sehr informativen und lebendigen Eindruck von dieser zentralen Bildungseinrichtung im Spannungsfeld von Geschichtsbewusstsein, Tradition und Moderne durch Oberstleutnant Henry Hölzner erhalten zu haben.

Rainer Appelt

 

OSH_OLT_Henrry_Holzner