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Mai 2010: Orte der Luftfahrt - Eine Exkursion der AnSprSt Dresden„Vom Lilienthalgleiter zum Eurofighter"
Unter diesem Motto unternahmen im Mai 2010 18 Mitglieder und Gäste des Freundeskreises Luftwaffe e.V. der Ansprechstelle Dresden eine dreitägige Sternfahrt zu ausgewählten Orten der Luftfahrt. Schon die Anreise zu unserem „Stationierungsort Lübz" in der Nähe der Müritz nutzten wir für einen Besuch des Museums Rechlin. Das einstige Fischerdorf am südlichen Ufer der Müritz wurde bereits 1918 zu einer zentralen Erprobungseinrichtung für Flugzeuge und Ausrüstung ausgebaut. Die neuen Machthaber des Deutschen Reiches erweiterten 1932 diese Anlage zur bedeutendsten Testanlage für fliegendes Kriegsgerät. Nach 1945, die Anlage wurde durch die Sowjetunion demontiert oder gesprengt, wurde 1948 der volkseigene Betrieb „VEB Schiffswerft Rechlin" gegründet. Hier entstanden neben Schnellbooten für die Volks-marine auch international geschätzte Rettungsboote und Rettungssysteme. In unmittelbarer Nähe in Lärz war eine sowjetische Jagdbombereinheit (MiG 23/27) und Hubschrauberstaffel stationiert. Die Folge war die hermetische Abriegelung dieses Gebietes für die Bewohner. Für den Tag 2 stand der Besuch des Jagdgeschwaders JG 73 „Steinhoff" in Laage auf dem Plan. Begrüßt wurden wir von unserem Betreuer Stabsfeldwebel Uwe Grünewald, der uns in einem Einführungsvortrag die Geschichte dieses Fliegerhorstes vermittelte: 1990 übernahm die Bundeswehr neben dem erst 1984 fertiggestellten Fliegerhorst der NVA (Stationierung JBG 77 und MFG 28) auch das JG 3 aus Preschen. Mit dem JG 3, das 1991 zum Erprobungsgeschwader MiG-29 und 1993 zum Jagdgeschwader 73 umbenannt wurde, übernahm die Bundeswehr auch 24 MiG-29. 1997 wurde das Geschwader mit F-4F Phantom Komponenten aus Pferdsfeld ergänzt. Die anspruchsvollste Aufgabe erwuchs jedoch aus der Übernahme des Eurofighters 2004. Umfangreiche bauliche und technische Anpassungsmaßnahmen waren erforderlich, um den Einsatz des neuen Waffensystems zu gewährleisten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen konnten wir uns von der Größe und Modernität des Fliegerhorstes selbst überzeugen. Ein Erlebnis besonderer Art war der Besuch des Towers während des Flugdienstes: Neben dem Eurofighter trainierte an diesem Tag auch die Lufthansa "Touch and Go" Flüge. Plötzlich landeten 2 QRA - Phantoms aus Wittmund, weil eine Landung auf dem Heimathorst wegen der Aschewolke aus Island nicht mehr möglich war. Beim folgenden „Fototermin" vor einem Eurofighter ging bestimmt für viele ein großer Wunsch in Erfüllung. Mit der Übergabe des Erinnerungsgeschenkes vom Freundeskreis Luftwaffe an den Gastgeber wurde unser Dank für diesen informativen und rundum gelungenen Besuch zum Ausdruck gebracht. Für den Tag 3 stand vormittags der Besuch des „Historisch - Technischen Museums Peenemünde" auf dem Programm. Die gewählte Programmatik „Die Enden der Parabel" bringt sehr deutlich die Ambivalenz der hier durchgeführten Entwicklungsarbeiten an Raketen wie des Aggregates 4 (auch V2 genannt) zum Ausdruck: Einerseits bahnbrechende Technik und andererseits Krieg und Tod. Der geführte Rundgang durch einzelne Themenbereiche mit Exponaten unterstrich dies in anschaulicher Art und Weise. Nachmittags war ein Besuch im „Lilienthal-Museum" in Anklam organisiert. Das Thema „MenschenFlug" zeigte mehr als 10 originalgetreue Nachbauten verschiedener Flugapparate des in Anklam geborenen Otto Lilienthals (1848 - 1896). Interessant auch der historische Fakt, dass die Brüder Otto und Gustav Lilienthal (1848 - 1933) auch Inhaber zahlreicher Patente auf „luftfahrtfremden" Bereichen wie der Spielzeuge (z. B. System Anker - Steinbaukasten), des Bergbaues (z.B. Schrämmmaschine), der Herstellung von Kraftmaschinen ( z.B. eine Wand - Dampfmaschine) sowie moderner Mitarbeiterbeteiligungsformen (Ausschüttung von 25% des Unternehmensgewinnes) waren. Wenn man sich verdeutlicht, dass zwischen der Veröffentlichung des Buches „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst" am 5.12.1889 durch den Flugpionier Otto Lilienthal und der Herstellung computergesteuerter Flugzeuge der 4. Generation wie des Eurofighters nur 100 Jahre vergangen sind, so kann man menschliche Leistungsfähigkeit nicht besser dokumentieren. Es war eine im wahrsten Sinne kompakte aber gelungene Rundreise durch wichtige Stationen der Luftfahrt. Der Besuch in Laage war nur durch die Unterstützung unseres Vorstandes in Köln-Wahn möglich, wofür wir uns ausdrücklich bedanken.
Alle Bilder hier.
Rainer Appelt
Görlitz, 19. Mai 2010 |
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