![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||
(Suche mit 'Enter' bestätigen) |
Besuch bei der franz. Luftwaffe
Erstbesuch der franz. Luftwaffe Base aeriénne 133 Commandant Henry Jeandet in Nancy mit Mirage 2000 D.
Am nächsten Tag begann nach dem Frühstück das erste Briefing mit Major Tilo Jung. Er ist Tornadopilot in Büchel und seit 2006 Austauschoffizier und Leiter der deutschen Teilnehmer an der franz.-deutschen CAAF-Schule ( Ausbildung von Luftnahunterstützungsoffizieren). Dort werden wie in gleich gelagerten Schulen in England, Holland und Spangdahlem jährlich 20 deutsche und 40 franz. Teilnehmer ausgebildet zum Luftnahunterstützungsoffizier. 10 kommen vom Heer, 8 aus der Luftwaffe und 2 von der Marine (Kampfschwimmer). Ausbildungssprache ist englisch. Spätere Hochwertausbildungen erfolgen in Deutschland auf dem Truppenübungsplatz Baumholder mit scharfem Schuss sowie für die Franzosen in Djibouti. Lehrgangsziele sind Ausbildung zum Fliegerleitoffizier, Anforderung von LuftnahUnterstützung, Funkverkehr mit dem Piloten zur Zieleinweisung, Koordinateneingebung, Vermeidung von Kolateralschäden, Beobachtung der Waffenwirkung auf eigenes Personal u.a.m. Der Offizier wird mit Laserbeleuchter, Nachtsichtbrille und Funkgerät vertraut gemacht. Ein abschließender Film aus einem Einsatz in Afghanistan mit einer in 5000 m Höhe kreisenden AC-130 Hercules mit 40 mm Kanone mit Explosivgeschossen, zeigte eindrucksvoll einen nächtlich geführten Angriff auf Terroristen mit Fahrzeugen. Der Fliegerleitoffizier dirigierte über Funk aus ca. 1 km Entfernung auf einer Anhöhe auf das Ziel, wies auf Vermeidung von Kolateralschäden hin und gab letztendlich den Angriff frei. Übrigens sind derzeit in Kandahar/Afghanistan bis zu 6 Mirage 2000 D aus Nancy stationiert, dazu eine Rafale aus St.Dizier. Nach dem so noch nie gehörten sehr beeindruckenden Briefing kamen wir in eine der 3 Staffeln zur Escadron 2/3 "Champagne". Alle franz. Staffeln sind nach im 2.Weltkrieg von der Wehrmacht besetzten Landschaften benannt. Jede Staffel hat 20 Mirage 2000 D als zweisitzigen Jagdbomber, Mach 1,5, mit Pilot und WSO. Ähnlich dem Tornado besitzt das schnittige Delta-Flugzeug Geländeverfolgungstiefflugmöglichkeit als eine sehr stabile Waffenplattform. Zwei mächtige Zusatztanks geben ausreichende Reichweiten und Luftbetankung ist gegeben. Sie besitzt erstaunlicherweise keine Kanone- im Gegensatz zur Jagdausführung mit 2 x 20 mm Defa-Kanonen mit je 125 Schuss. An Waffenzuladung sind ungelenkte und lasergesteuerte Bomben (1ooo kg ) , Cruise misslie Apache, Missile AS 30 L (Laser) und zur Selbstverteidigung Magic II im Einsatz. Ein Laserpod und Infrarotkamera erlauben bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter Punktgenaue Zielerfassung. Jede Staffel - wie bei den anderen beiden Escadrons 1/3 "Navarre" und 3/3 "Ardenne" - arbeitet völlig autonom in Wartung, Waffeneinsatz, Ausbildung über Simulator und Versorgung. Zwei Piloten zeigten der Gruppe die Mirage 2000 D, während draußen mehrere Jets in den blauen Himmel starteten. Im Gefechtsstand bereitete sich eine Pilotin im Anti-G-Anzug auf ihren Flug vor. Es gibt mehrere Pilotinnen in der Armé de l`Air ! Wir erfuhren einiges über Geschichte der Escadron de chasse , die schon im 1.Weltkrieg die Spa 102 flog. In der Zwischenkriegszeit die Dewoitine 500 und 1939 die starke Curtiss H 75 auf der Basis in Reims. Der junge Flieger und spätere General Günter Rall erlebte seinen ersten schwierigen und selbst verlustreichen Luftkampf gegen eine Curtis. 111 deutsche Maschinen hat die Escadron im 2.Weltkrieg abgeschossen. Nach Ende der Kämpfe wurden die Piloten nach Nordafrika verlegt und kämpften dann auf Seiten der Alliierten mit P 39 Airacobra und später mit der P 47 Thunderbolt. 1947 wurde die Escadron nach Friedrichshafen am Bodensee verlegt. 1948 nahm sie mit Spitfire am Indochinakrieg teil. 1950 endlich kam in Reims der erste Jet der franz. Luftwaffe mit der Vampire zum Einsatz. 1951 wurde auf F- 84 umgeschult und 1959 verlegte die Einheit mit der neuen F-100 Supersabre nach Deutschland auf den Flugplatz Lahr am Schwarzwald. 1967 kam die Staffel dann an den derzeitigen Flugplatz Nancy und flog dann sehr lange bis 1991 die Mirage III E als ersten Allwetterjäger. 1991 wurde auf die Mirage 2000 N umgestellt und 1994 nahm die Staffel von dem italienischen Flugplatz Cervia am Jugoslawienkonflikt teil sowie in Afghanistan.
weitere Fotos in unserem Bildarchiv
|
|||||||||||||||||||||||||