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Milovice – Eine Sowjet-Garnison der Superlative in der Tschechoslowakei

Autor: Bernd Kienle, Sektion München

Eine der größten sowjetischen Garnisonen außerhalb der UdSSR befand sich in Milovice, etwa 40 Kilometer nordöstlich der tschechischen Hauptstadt Prag. Rund 90 Jahre lang war bei Milovice ein großes militärisches Übungsgelände. Errichtet wurde es 1904 für die Armee Österreich-Ungarns. Die deutsche Wehrmacht übernahm den Truppenübungsplatz und Milowitz wurde Panzergarnison und Luftwaffenstützpunkt. Bei Kriegsende war auf dem Feldflugplatz Milowitz die III./Schlachtgeschwader 2 mit Fw 190F und Ju 87D. Bis zum Einmarsch der sowjetischen Truppen in der Tschechoslowakei im Jahr 1968 war Milovice ein Militärflugplatz der Tschechoslowakischen Luftstreitkräfte. Am Abend und in der Nacht des 20.August 1968 landeten vier sowjetische Antonov An-22 Transportflugzeuge in Milovice. Der Einmarsch der Sowjets hatte begonnen und bewaffnete Soldaten besetzten den Flugplatz. Tschechoslowakische MiGs welche sich auf einem Nachtflug befanden wurden daraufhin zur Landung gezwungen und sowjetische IL-18, An-12 und MiG-21 überflogen den Flugplatz Richtung Prag. Bald darauf landeten auch schon die ersten MiG-21 mit dem roten Stern auf dem Leitwerk in Milovice. Die Invasion war in vollem Gange.

Ab 1968 wurde Milovice zum Hauptquartier der sowjetischen `Zentralgruppe` der Truppen in der CSSR. Dazu gehörte ein Truppenübungsplatz, eine Panzerkaserne der 15.Garde-Panzerdivision (zuletzt ausgerüstet mit T-72) sowie der Militärflugplatz Bozi Dar. Westlich von Milovice enstanden die Plattenbausiedlungen Mlada 1 und Mlada II, die heute den Ortsteil Mlada bilden. Auf dem Militärgelände entstand eine autonome Stadt mit Mietskasernen, Generalsvillen, Schulen, Einkaufsläden und einem Krankenhaus. Unter und über der Erde entstanden streng geheime militärische Anlagen, deren rätselhafte Umrisse noch heute im Gelände aufragen: verzweigte Systeme von Bunkern, Lager, Kommandostellen und der Militärflugplatz mit einem `GRANIT`-Sonderwaffenlager. Über 100.000 Sowjetbürger, Soldaten, Offiziere und deren Familien lebten in Milovice. Auf dem Militärflugplatz Bozi Dar waren von 1968 bis 1991 verschiedene Aufklärungs- (MiG-21R und Su-17), Jagdflieger -(MiG-23 und MiG-29) und Transportflieger-Regimenter (An-2,8,12 und 26 sowie IL-14 und Tu-134) stationiert. Auch diverse Hubschrauberstaffeln mit Mil Mi-2, 6, 8 und Mi-24 waren in Milovice vor Ort. Zuletzt war das 114.`Tallinskiy`-Rotbanner-Jagdfliegerregiment (114.IAP) mit einer Staffel MiG-29 und zwei Staffeln MiG-23 sowie die Transportflieger-und Hubschrauberstaffel in Bozi Dar. 100 Flugbewegungen pro Tag waren keine Seltenheit. Im Jahre 1989 und 1990 veranstaltete die Garnison am `Tag der Luftstreitkräfte` ein `Open Day` an dem 1990 sogar die neueste MiG-29 Variante `Fulcrum-C` der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Am 30.Juni 1991 hat der letzte Sowjetsoldat Milovice verlassen.

Das 114.IAP wurde nach Iwano-Frankowsk verlegt und fliegt heute noch die MiG-29 in den Luftstreitkräften der Ukraine. Das riesige Übungsgelände wurde aufgelöst und Milovice zur zivilen Stadt erhoben. Die frühere sowjetische Militärkolonie bildet heute den Ortsteil Bozi Dar. Im ehemaligen russischen Kulturhaus befindet sich eine Ausstellung `MUZEUM MILOVICKA`über die sowjetische Garnison.  In einem Wald in der Nähe des Flugplatzes steht ein Gedenkstein für drei tschechoslowakische Militärflieger die bei einem Absturz am 28.Januar 1965 mit einem Aufklärungsflugzeug vom Typ Iljushin IL-28R ums Leben kamen. Ein kleiner Teil des ehemaligen Militärflugplatzes wird heute durch die zivile Sportfliegerei genutzt. Im Jahr 2009 wurde auf dem Gelände ein Teil des Fliegerfilms  „RED TAILS“  gedreht. Bei einem Rundflug kann man die riesigen Ausmaße der ehemaligen Garnison Milovice aus der Luft erkunden. Bei einer Flugplatzbegehung am Boden kann man heute noch viele Relikte aus der sowjetischen Besatzungszeit sehen. Für Panzer-und Militärfreunde gibt es heute den `Tankodrom Milovice`, ein `Military & Adrenalin Park` auf dem historischen Garnisonsgelände Milovice.

 Bilder

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Foto Nr.1:  Das Ortsschild von Milovice, bis 1991 einer der größten sowjetischen Garnisonen außerhalb der UdSSR
Foto Nr.2: Das Wappen der Sowjetunion war bis 1991 in Milovice und Bozi Dar allgegenwärtig
Foto Nr.3: Die ehemalige sowjetische Flugleitung auf dem Militärflugplatz Bozi Dar
Foto Nr.4: Auf dem ehemaligen Flugplatzgelände gibt es jedoch auch zahlreiche „Ruinen“ welche dem Verfall preisgegeben sind
Foto Nr.5: Heute sind noch zahlreiche Flugzeugbunker auf dem Flugplatz Bozi Dar vorhanden, viele in einem sehr guten Zustand.
Foto Nr.6: In Milovice waren auch Transport-und Kommandohubschrauber vom Typ Mil Mi-6 stationiert.

Fotos: Bern Kienle

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

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