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Flug Air France AF 447 – Analyse einer vermeidbaren Katastrophe

Text: Rainer Appelt, Leiter Sektion Dresden/ Andreas Dietrich, Dresden
Bildquellen: Andreas Dietrich, Dresden

Die Sektion Dresden des Freundeskreises Luftwaffe e.V. hatte im März 2018 erneut Herrn Andreas Dietrich, einen ehemaligen Militärpiloten, als Referenten zu Gast. Als profunden Kenner der Materie unterzog er diesmal den Absturz des Airbus A330 der Air France mit der Flugnummer 447 einer kritischen Bewertung. Diese Katastrophe ereignete sich in der Nacht zum 1. Juni 2009 mitten über dem Atlantik auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris und gehört zu den schwersten in der zivilen Luftfahrt der letzten Jahre. Alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben, als die Maschine beim Durchfliegen einer tropischen Gewitterzone in eine unkontrollierte Fluglage geriet und nachfolgend abstürzte.

Um die Geschehnisse richtig einordnen zu können, war es dem Referenten wichtig, sowohl die Situation des Fluges als auch die Vorgänge im Cockpit fachlich korrekt zu analysieren. Gestützt auf die Erkenntnisse der französischen Flugunfall-Untersuchungsbehörde BEA trug Andreas Dietrich viele wichtige Details, Zusammenhänge und Wissen aus der Aerodynamik vor, um den Zuhörern ein möglichst verständliches Gesamtbild vermitteln zu können. Beispielsweise sollten die Zuhörer wissen, dass der Crew aus dem Briefing für den bevorstehenden Flug bekannt war, dass im zweiten Streckenabschnitt die typischen hochreichenden tropischen Gewitterfronten zu erwarten waren. Zu diesem Zeitpunkt herrschte dann völlige Dunkelheit und die Flugsituation war gekennzeichnet durch Blitze und teilweise schwere Turbolenzen. Aber genau jetzt legte sich der Flugkapitän – unverständlicherweise – zur Ruhe. Dennoch entschlossen sich die Piloten zum Durchflug dieser Gewitterfront. Es trat das ein, was von der Besatzung nicht vorausgesehen wurde: trotz beheizter Pitot-Sonden verstopften diese mit Eiskristallen, was wiederum mit dem Verlust der Geschwindigkeitsanzeige und dem zwangsläufigen Abschalten des Autopiloten verbunden war. Gleichzeitig stürmen auf die Crew zahlreiche Warn- und Fehlermeldungen ein. Trotz eines ergonomisch gut gestalteten Cockpits erfolgte jedoch keine adäquate „Verarbeitung“ der Signale durch die Besatzung. Stattdessen schaffte es der steuernde Pilot, die Maschine innerhalb kürzester Zeit in einen unkontrollierten Flugzustand hineinzumanövrieren.


Cockpit eines A330 unter Nachtflugbedingungen

Mit einem Anstellwinkel von bis zu 48 Grad (!) und einer Sinkrate von ca. 3000 m pro Minute taumelte schließlich das vollbesetzte Flugzeug der Wasseroberfläche des Atlantiks entgegen. Nur die mit maximalem Schub arbeitenden Triebwerke verhinderten, dass das Flugzeug ins Trudeln geriet und nicht noch schneller abstürzte. Leider verhalf die relativ konstant auf das Flugzeug einwirkende und fast normale Beschleunigung von 1 g der Crew dazu, dass sie den wahren Flugzustand bzw. die kritische Situation nicht „erspüren“ konnte. Fehlende äußere Referenzen wie ein sichtbarer Horizont erschwerten diese Situation noch zusätzlich. Die unkontrollierten Ruder- und Triebwerkbetätigungen sowie die teilweise gegensätzlichen Steuereingaben der beiden Piloten ließen klar erkennen, dass die Crew zu keinem Zeitpunkt das Geschehen formell richtig erkannt hatte. Nach ca. 4 Minuten schlug das technisch intakte Flugzeug in nahezu horizontaler Lage, aber mit hoher Vertikalgeschwindigkeit, auf der Wasseroberfläche auf …


Instrumentenanzeige zum Zeitpunkt 01.Juni 2009 - 02:14:27 Uhr, unmittelbar vor dem Aufschlag

Andreas Dietrich gelang es, den zahlreich Anwesenden anhand der detailliert vorliegenden Erkenntnisse der Untersuchungsbehörde, mit dem Modell eines Airbus A330 sowie mit Bild- und Videomaterial die jeweiligen Zusammenhänge lebendig, nachvollziehbar und dem in dieser Materie nicht so geschulten Zuhörer verständlich erklären zu können. Die anschließende rege Diskussion bestätigte diesen Eindruck nochmals.

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

Kontakt

Geschäftsstelle
Freundeskreis Luftwaffe e.V.
Wahn 504/10
Postfach 906110
51127 Köln

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Telefax: +49 (0) 2203 - 800397
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