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  • 8.11.17 - Hubschraubergeschwader 64
  • 21.11.17 - Ausbildungszentrum  für abbildende Aufklärung

 

Polizeihubschrauberstaffel Sachsen

Autor: Rainer Appelt, Leiter Sektion Dresden; Bildquelle: Ralf Gärtner, Polizei Sachsen/Präsidium der Bereitschaftspolizei

Ralf Gärtner, stellvertretener Leiter der Polizeihubschrauberstaffel (PHSt) Sachsen, war der Gast für die Veranstaltung der Sektion Dresden im Oktober 2017. Und es sollte ein hochinteressanter Vortrag zum Thema „Die Polizeihubschrauberstaffel in Sachsen – Aufgaben, Strukturen und Technik“ werden.


EC-135 Flotte vor dem Hangar, Flughafen Dresden

Das Gründungsdatum für die PHSt in Sachsen ist der 1. August 1991. Homebase ist der Flughafen Dresden mit eigenem Hangar. Die Staffel besitzt die Zulassung als Instandhaltungsbetrieb nach Part 145. Seit 1992 ist Ralf Gärtner dabei. Der Zuständigkeitsbereich der fliegenden Staffel ist der Freistaat Sachsen. Zu den Anforderungsvoraussetzungen zählen:
•    Gefahrenabwehr einschließlich Gefahrenvorsorge
•    Verfolgung von Straftaten/Ordnungswidrigkeiten
•    vorbeugende Bekämpfung von Straftaten/Ordnungswidrigkeiten

Beispiele dafür sind:
•    Suche/Fahndung von/nach Personen und Sachen
•    Aufklärung/Beweissicherung/Dokumentation/Bildübertragung
•    Unterstützung für Spezialeinheiten und Spezialkräfte
•    Lufttransport von Personen und Sachen
•    Luftraumschutzmaßnahmen
•    Prävention /Öffentlichkeitsarbeit/Sondereinsätze

Die durchschnittlichen statistischen Werte hinsichtlich von 600 Einsätzen pro Jahr und 1.200 Betriebsstunden belegen die Inanspruchnahme dieser Einheit eindringlich. Die zu gewährende Einsatzfähigkeit im Zweischichtsystem wird von Montag bis Sonntag von jeweils 7:00 – 24:00 Uhr (Verlängerung bis 02:00 Uhr möglich) gewährleistet. Der aktuelle Personalbestand besteht aus 10 Piloten, 9 Flugtechniker, 7 Systemoperatoren, 5 Flugkoordinatoren und 3 Angestellten.


Polizeihubschrauber EC-135 im Flug

Zur Staffel gehören drei leichte Beobachtungshubschrauber vom Typ EC 135, davon 1x EC 135T3 und 2x EC 135T2e, die sich nur in der Zuladung unterscheiden. Zwei Baugruppen verdienen eine besondere Aufmerksamkeit: Der Rotorkopf und Rotormast, aus einem Stück geschmiedet, besitzen einen lager- und gelenklosen 4-Blatt-Hauptrotor. Die Hauptrotorblätter aus Faserverbundwerkstoffen besitzen einen Flexbeam, über den die Veränderung des Anstellwinkels ausschließlich durch Torsion, erreicht wird.


Rotorkopf und-mast des EC-135

Der Heckrotor, auch Fenestron genannt, weist zwei innovative Merkmale auf: Einerseits ist er wie eine Tragfläche ausgebildet, die durch die Erzeugung eines (seitlichen) Auftriebes die Antriebsleistung des Heckrotors im Vorwärtsflug unterstützt. Andererseits „produziert“ die unsymmetrische Kreisanordnung der Fenestronblätter eine geringere Lärmbelästigung.


Fenestron, Heckrotor mit unterschiedlicher Teilung der Rotorblätter


Fenestron, Ansicht von vorn

Die sächsischen Polizei-Hubschrauber besitzen eine umfangreiche Missionsausrüstung. Dazu gehören:
•    TV/FLIR System mit integrierten Wärmebild- und Tageslichtkameras, welche jeweils 4 optische Zoomstufen besitzen.
•    Bildübertragungssender zur Übertragung der Bilder in die entsprechenden Führungsstäbe in Echtzeit
•    Suchscheinwerfer SX-16
•    Operator-Arbeitsplatz mit Bedienteilen für das TV/FLIR System, das elektronische Kartensystem sowie einen digitalen Videorekorder zur verlustfreien Aufzeichnung
•    Lautsprecheranlage
•    Ausrüstung für Nachtflüge mit der Bildverstärkerbrille


Wärmebildkamera


Operator-Arbeitsplatz mit OLED-Bildschirmen und Bedienteil

Eine besondere Herausforderung stellen die Nachtflüge für die Piloten dar. Das durch die Nachtsichtbrille dargestellte Sehfeld beträgt nur 400. Die für den Piloten lebensnotwendige ständige räumliche Orientierung im Gelände kann nur dadurch erreicht werden, indem er ständige Kopfbewegungen mit seiner ca. 3 kg (!) schweren Ausrüstung (Nachtsichtbrille und Helm) tätigt.


Blick durch die Nachtsichtbrille

Von der Leistungsfähigkeit der verwendeten HDEO Kamera zeugen folgende Fakten: Aus einer Entfernung von 3,5 km vom Zielobjekt (entspricht einem Sichtfeld von 0,50) kann in der 4. optischen Zoomstufe beispiels-weise eine Rathausuhr erkannt werden. Das Interpretieren der aufgenommenen Bilder durch Tages-, Wärme- und Infrarotkameras erfordert vom Operator ein hohes Maß an Erfahrung.


Zielaufnahme in 3,5 km Entfernung mit Tageslicht-Kamera


Bildausschnitt

Durch das Vorführen von Originalfilmen konnten sich die Teilnehmer sowohl vom Können der Hubschrauberbesatzung als auch von der Effizienz der eingesetzten Technik überzeugen.


Suchbild mit HDIR-Kamera

Suchbild mit HDIR-Kamera der zu suchenden Person (Sichtfeld 0,70)

Es war ein gelungener, hochinteressanter und sehr anwendungsbezogener Vortrag. Die Teilnehmer waren von Komplexität der zu beherrschenden Technik und auch vom hohen Ausbildungsstand der gesamten Besatzung fasziniert. Die von Ralf Gärtner für 2018 ausgesprochene Einladung für einen Besuch der Polizeihubschrauberstaffel vor Ort wird sehr gern angenommen.

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

Kontakt

Geschäftsstelle
Freundeskreis Luftwaffe e.V.
Wahn 504/10
Postfach 906110
51127 Köln

Telefon: +49 (0) 2203 - 64815
Telefax: +49 (0) 2203 - 800397
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