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Rückblick "Gelungene Premiere des Eurofighter"

Vor genau zehn Jahren hob Pilot Peter Weger mit dem Prototyp DA1 in Manching zum ersten Mal ab. Dieses Jahr werden die ersten Serienflugzeuge  des Eurofighters den Flugbetrieb bei der deutschen Luftwaffe aufnehmen. Die zukünftigen Fluglehrer für eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt stehen bereit.

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Am 27. März 1994 startete der Eurofighter-Prototyp DA1 mit Peter Weger im Cockpit auf dem Flugfeld in Manching zu seinem ersten Flug. Im Beisein des damaligen Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Hans-Jörg Kuebart, verlief der 45-minütige Flug, der in erster Linie der Überprüfung der Flugeigenschaften und der Systemleistung diente, erfolgreich.
Aufgrund der instabilen Auslegung des Eurofighters wurde besonderes Augenmerk auf die Flugsteuersoftware gelegt, die einwandfrei  funktionierte. Nur wenige Tage später, am 6. April, startete der zweite Prototyp bei British Aerospace in Warton, in der englischen Grafschaft Lancashire, zu seinem ersten Flug.
Die Endmontage des deutschen Prototyps wurde von Deutsche Aerospace AG mit Sitz in Ottobrunn bei München durchgeführt. Im Jahr 1994 fanden insgesamt 18 Testflüge in Manching statt, bevor die Maschine zur Durchführung eines Softwareupdates aus dem Flugbetrieb genommen wurde. Beim letzten Flug dieser Phase saß erstmals ein Pilot der deutschen Luftwaffe, Oberstleutnant Harald Fehl, im Prototyp. Im September des darauffolgenden Jahres wurden die Flugversuche fortgesetzt. Es wurden insgesamt sieben Development Aircrafts (DA) produziert, die in den Jahren von 1994 bis 1997 ihre Erstflüge erfolgreich absolvierten. Je zwei waren für die Luftwaffen Deutschlands, Großbritanniens und Italiens, sowie einer für die spanischen Luftstreitkräfte bestimmt.
Die Flugerprobung  stand anfangs jedoch unter keinem guten Stern. Als die ersten beiden Prototypen (DA1 und DA2) im April 1992 fertig gestellt waren, wurde das Programm zunächst gestoppt. In den USA verunglückte der erste Lockheed/Boeing YF-22A Prototyp beim Start und in der schwedischen Hauptstadt Stockholm stürzte während einer Vorführung ein Jet vom Typ JAS 39 Gripen in den Hafen. Beide Unfälle waren auf Probleme mit der Flugsteuersoftware zurückzuführen - die fertigen Eurofighter-Prototypen waren 18 Monate an den Boden gefesselt und die Flugsteuersoftware wurde in dieser Zeit einer eingehenden Prüfung unterzogen.
Die beiden Prototypen DA1 und DA2 waren anfangs noch mit den RB.199 Triebwerken des Tornados ausgestattet, bevor sie auf die neuen EJ200-Triebwerke umgerüstet werden konnten. Da der spanische Prototyp DA6 im November 2002 wegen Triebwerksproblemen verloren ging, übergab man einen der beiden deutschen Prototypen, nämlich den DA1, im Frühjahr 2003 den Spaniern, die damit unter anderem Luftbetankungsversuche durchführten.

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Der Werdegang des Eurofighter
Die Stabschefs der Luftstreitkräfte Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Spaniens und Italiens veröffentlichten im Dezember 1983 die Zielwerte für ein gemeinsames europäisches Kampfflugzeug. Dieses moderne Waffensystem sollte die  im Einsatz stehenden Kampfflugzeuge der beteiligten  Nationen, wie F-4F "Phantom II", F-104 "Starfighter", Jaguar, und F-18A "Hornet" , aber auch Teile der Tornado-Flotte ersetzen. Die erste Durchführbarkeitsstudie wurde im Juli 1984 gestartet. Frankreich zog sich im Juli 1985 aus dem Programm zurück, um die "Rafale" als nationales Projekt zu entwickeln.
So wurden die Anteile der verbleibenden Partner neu aufgeteilt: Deutschland und Großbritannien steuerten nun je 33%, Italien 21% und Spanien 13% bei. Die Projektdefinitionsphase war im September 1986 abgeschlossen und das definitive ESR-D Dokument (European Staff Requirement-Development) wurde im September 1987 herausgegeben und lieferte detaillierte militärische Forderungen. Die Verträge für das Triebwerk und die Waffensystementwicklung wurde am 23. November 1988 unterzeichnet. In Folge des Zerfalls des Warschauer Paktes ab 1989 kam es zu einer Reorientierungs-Phase im Programm, wobei gerade auf deutscher Seite auch das Ziel einer Kostenreduzierung verfolgt wurde.
Eine Verteidigungsministerkonferenz am 10. Dezember 1992 gab dann grünes Licht für das überarbeitete Programm, mit dem neuen  Namen "Eurofighter 2000" (heute Eurofighter Typhoon). Die deutsche Beschaffungsentscheidung fiel dann im November 1997 im Bundestag.

Das Kampfflugzeug der Zukunft
Im Rahmen des größten Rüstungsvorhabens in Europa werden die vier beteiligten Nationen in den nächsten Jahren ihr zukünftiges Kampfflugzeug beschaffen. Das in der Basisversion einsitzige, zweistrahlige mehrrollenfähige Kampfflugzeug besticht durch seine überdurchschnittliche Agilität.
Die Fähigkeit auch im unteren Geschwindigkeitsbereich sicher steuerbar zu bleiben wird durch die Kombination eines Delta-Flügels mit sogenannten "Canards" (Enten-Flügel) erreicht, gepaart mit einer ausgefeilten, rechnergestützten Fluglagesteuerung (Stichwort: "fly by wire"). Die hierzu benötigte Rechenleistung entspricht etwa dem, was man z.B. in einem modernen Großkraftwerk zum sicheren Betrieb benötigt.
Das durch den Einsatz modernster Materialien, wie Kohlefaser- und Glasfaserverbundwerkstoffe, gepaart mit  leichten und festen Metallen wie Titan und speziellen Aluminiumlegierungen erreichte niedrige Gewicht führt zusammen mit den zwei 90 kN starken EJ200-Triebwerken zu bisher nicht dagewesenen Flugleistungen. Die dazugehörige Integration moderner Bewaffnung und eine leistungsfähige Sensorik machen den Eurofighter zu einem herausragenden Waffensystem in der ersten Liga der Kampfflugzeuge weltweit. Hinzu kommt eine vereinfachte Wartbarkeit und ein hohes Wachstumspotenzial, woraus sich eine lange Nutzung mit vertretbaren Betriebskosten ergeben wird.

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Laufende Ausbildung
Die EADS - Deutschland (European Aeronautic Defence and Space Company) bildet derzeit vertragsgemäß zehn erfahrene Flugzeugführer der Luftwaffe zu Eurofighter-Piloten aus. Diese Ausbildung durch die Industrie erfolgt in Manching in enger Zusammenarbeit mit der "Typenbegleitmannschaft Kampfflugzeuge" und der ebenfalls in Manching beheimateten Wehrtechnischen Dienststelle 61. Die Ausbildung beinhaltet neben der umfangreichen Theorie und der Schulung im Simulator ein großes Paket Flugstunden im Eurofighter selbst. Die ausgebildeten Piloten, werden zunächst im Truppenversuch des Eurofighters eingesetzt, um später den personellen Grundstock für den Ausbildungsbetrieb der Luftwaffe beim Jagdgeschwader (JG) 73 "Steinhoff" zu bilden.  Das technische Lehr- und Spitzenpersonal wurde inzwischen erfolgreich durch die EADS-D geschult und bereitet sich derzeit auf die Aufnahme des Flugbetriebes beim JG 73 "Steinhoff" und auf den Beginn des technischen Ausbildungsbetriebes an der Technischen Schule der Luftwaffe 1 in Kaufbeuren vor.

Ausblick
Im Laufe der nächsten Jahre wird die Luftwaffe ihre drei Jagdgeschwader und zwei Jagdbombergeschwader auf das Waffensystem Eurofighter umrüsten.  Die vier Partnernationen planen die Beschaffung von 620 Luftfahrzeugen. Nach der Umrüstung werden die von Deutschland benötigten 180 Luftfahrzeuge das Rückrat unserer Flotte von Kampfflugzeugen bilden. Neben den Partnernationen hat sich das österreichische Parlament im Juni 2003 für eine Beschaffung von 18 Flugzeugen als Nachfolger der "Saab Draken" in der Luftüberwachungsrolle entschieden. Das norwegische Verteidigungsministerium hat zwischenzeitlich auch erhebliches Interesse am Eurofighter bekundet; weitere Nationen werden möglicherweise den Kundenkreis noch erweitern. Sicher wird eine erfolgreiche Einführung und der reibungslose Betrieb in der Luftwaffe die eine oder andere Kaufentscheidung beeinflussen - somit hat der Einsatz der im Vorhaben beschäftigten Soldaten und zivilen Mitarbeiter auch eine nicht zu unterschätzende volkswirtschaftliche Dimension.