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Gerhard Neumann Museum

Eröffnung des Gerhard Neumann Museum in Niederalteich

Heute ist Josef Voggenreiter aus Niederalteich bei Deggendorf bodenständiger Stahlbauunternehmer. Früher war er Zeitsoldat in der Wartung der F-104 G beim Jagdgeschwader Mölders in Neuburg/Donau.
Dort hat sich die Leidenschaft zum Starfighter seinen Weg gebahnt.
Irgendwann stand in seiner alten aufgelassenen Werkstatt gegenüber der altehrwürdigen Benediktinerabteikirche die erste F-104, weitere sollten folgen.

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Nun hat sich am 21.Mai seine Vision erfüllt und das neu erbaute Gerhard Neumann Museum wurde feierlich unter einem bayerisch weiss-blauen Himmel eröffnet. Es war als offizieller Vertreter des Freundeskreises Luftwaffe e.V. München schon eine besondere Ehre unter vielen aus der Luftfahrt bekannten Persönlichkeiten dabei gewesen zu sein.
Herr Voggenreiter hat schon sehr früh dem legendären Gerhard Neumann, der nach einem bewegten, spannenden Leben bei den Flying Tigers in China, einer Jeepfahrt mit seiner jungen Frau von Laos bis nach Palästina, seiner Einzeleinbürgerung als Deutscher in die USA und seinem unaufhaltsamen Aufstieg bei General Electric bis zum Generalbevollmächtigten, dieses wohl grösste private F-104 Museum gewidmet. Daher steht auch das Triebwerk der F-104 G auf Schienen der guten Einsichtnahme in seine Einzelheiten auseinanderziehbar inmitten des Museums. Gerhard Neumann hat dieses richtungsweisende Triebwerk mit den verstellbaren Statorschaufeln als eines der Vorzüge in nur einem Jahr entwickelt. Es war für Herrn Voggenreiter daher eine innerlich bereichernde grosse Ehre, dass dieser immer bescheidene Mann kurz vor seinem Tod ihm sein Vertrauen geschenkt hat und viele persönliche Dinge aus seinem Leben, die mit der Fliegerei zu tun hatten, übereignet hat zur Aufnahme in sein Museum. Die Witwe von Herrn Neumann hat inzwischen viele male den Weg in das kleine Dorf von Boston kommend dorthin gefunden und war daher der Ehrengast bei der Wiedereröffnung des Museums.

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Aber auch General Vogler als Vertreter der Cactusstaffel, für die vor dem Eingang neben dem beeindruckend schlichten Mahnmal für die Toten im Zusammenhang F-104 ein Begrüssungszeichen steht, war vertreten. Testpilot Herr Czaja, mit dem Herr Voggenreiter vor einiger Zeit in Florida im F-104 Doppelsitzer erstmals und unvergessen hat mitfliegen können und der soeben den ME-262 Nachbau einfliegt, war vertreten. Ein besonderes Erlebnis war allerdings den Menschen zu erleben, der die ersten Flüge in Palmdale mit der F-104 hat erleben können, nämlich General Günter Rall. Die lebende Legende als Jagdfliegerass des 2. Weltkrieg und späteren General der Luftwaffe am Rednerpult zu erleben, war schon etwas besonderes.

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Alle Anwesende zollten Herrn Voggenreiter grossen Respekt vor seiner Vision und Leistung, die alleine aus privaten Mitteln entstanden ist und einen Glanzpunkt alt und neu in dem kleinen Dorf zukünftig sein wird, wie der Bürgermeister und Landrat sowie der Abt der Kirche sagten. Das Museum ist ein luftiger und lichtdurchfluteter Raum mit einem angebauten runden Atrium mit ansteigenden Sitzen gegenüber den Ausstellungsstücken Gerhard Neumanns. Viele kleine und teilweise versteckte Details verraten die Liebe zur F-104 wie z.B. die Geländerstreben mit einer stilisierten F-104.
Zur Zeit kann man zwei F-104 ansehen, darunter einen fast total entplankt mit Einsicht in das unglaublich filigrane Innenleben. Dann steht ein Hansa-Jet als einziges deutsches Geschäftsreiseflugzeug und auch in der Luftwaffe eingesetzte Maschine in der Halle. Das Cockpit einer MIG-21 symbolisiert die Gegnerschaft im kalten Krieg. Besonders interessant auch ein Unikat eines Radarsignatur-Demonstrators-Lanpyridae von 1987 der EADS. Es war ein 1100 kg schweres Gleitmodell mit 12 m Länge, 6 m Weite, 22,5 qm Flügelfläche und wurde mit mehreren Radarfrequenzen vermessen. Rechnerisch war es der spätere F-117 etwa um das 3 fache unterlegen und wurde nicht mehr weiter verfolgt. Natürlich ist alles um die F-104 notwendige vertreten, darunter nicht direkt zugänglich im Keller des Gebäudes eine umfangreiche Ersatzteilsammlung.

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Das private Museum ist nicht frei zugänglich, aber ein Blick von aussen durch die Glasfront entschädigt schon für das Kommen. Der Freundeskreis Luftwaffe München wird die Freude und Ehre haben, dieses Museum in Kürze sich in einer eigenen Führung ansehen zu dürfen.

Heinz Gerrits