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Bataan Marsch"In der Wüste bis an die eigenen Grenzen gehen" Ein Marsch der Superlative in Erinnerung an die Kameraden verbündeter StreitkräfteNew Mexico, USA- Bataan Memorial Death March, der Name alleine flößt einem Respekt ein. Mit einem Blick in die Geschichte, stellt man fest, dass nicht der Gedenkmarsch tödlich ist, sondern der Originalmarsch im Jahre 1942 zahlreichen amerikanischen und philippinischen Soldaten das Leben gekostet hat. Der Baatan-Todesmarsch begann am 10. April 1942 in Mariveles am Südende der Bataan Halbinsel der Philippinen. Die japanischen Streitkräfte zwangen rund 70.000 amerikanische und philippinische, schon durch Nahrungsmangel und Malaria geschwächte, Kriegsgefangene auf einen 100 km langen Marsch zum Kriegsgefangenenlager Camp O`Donnel. Während dieses Zwangmarsches wurden viele der Kriegsgefangenen exekutiert, wenn sie es wagten hinter ihrer Gruppe zurückzubleiben oder vor Erschöpfung nicht mehr weiter zu marschieren. Sie mussten ohne Nahrung und Wasser tagelang marschieren und das unter extremen, klimatischen Verhältnissen. Nur 54.000 erreichten das Lager. Dort sind von ihnen noch eine unbekannte Anzahl an den Folgen des Marsches verstorben. In Gedenken an diesen Marsch wird seit 1989 der Bataan Marsch in New Mexico durchgeführt. Von anfangs 100 Teilnehmer hat sich die Veranstaltung zu einer Internationalen Großveranstaltung mit über 3.500 Teilnehmer aus 43 Staaten entwickelt. Am 20. März um 05:45 Uhr standen die diesjährigen Teilnehmer auf dem Gelände der White Sands Missile Range, New Mexico und verfolgten die Eröffnungszeremonie. Nach dem Einmarsch der Fahne wurde die Nationalhymne gesungen und die Bataan-Überlebenden geehrt sowie der Gefallenen und zwischenzeitlich Verstorbenen gedacht. Mit jeweils einem dumpfen Knall eines Schusses aus einer Feldhaubitze wurden die Marschteilnehmer der Kategorien Zivil, Militär ohne Gepäck und Militär mit Gepäck nacheinander auf die 42 km lange Strecke geschickt - darunter auch 73 Soldaten des Fliegerischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe (FlgAusbZLw) und zivile Mitarbeiter sowie unzählige Familienangehörige. Der Untergrund wechselte zwischen Asphalt und Sand, wobei der größte Teil der Strecke auf sandigem Wüstenboden zu überwinden war. Nach etwa acht km setzte eine anfangs sanfte, in ihrem Verlauf jedoch immer stärker werdende Steigung ein, die die Marschierer viel Kraft kostete. Lichtblick in diesem Kampf gegen den Berg waren die Verpflegungsstationen des Fliegerischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe, die von hochmotivierten freiwilligen Soldaten betrieben wurden. Hier wurden neben Getränken und Obst auch anfeuernde Worte mit auf den Weg gegeben. Die Betreuer, allen voran der Kommandeur FlgAusbZLw, Oberst Manfred Molitor, sorgten dafür, dass die Teilnehmer rundum gut versorgt wurden. Nach 14 km des Anstieges ging es zum Glück wieder bergab und es bot sich ein atemberaubender Ausblick auf die raue Schönheit der Neumexikanischen Wüste. Das Ziel war von hier aus schon zu sehen und wirkte vermeintlich nahe, wobei doch noch 20 km zu bewältigen waren. Das lange Gefälle, so sehr es auch herbeigesehnt wurde, hatte seine Tücken. Jetzt fingen die Oberschenkel so richtig an zu brennen, schließlich sind sie es, die das ganze Körpergewicht bei jedem Schritt wieder abzufangen haben. Wer bei Kilometer 32 das Ziel herbeisehnte, der wurde erneut auf die Probe gestellt, als es für ungefähr einen Kilometer ins tiefe Sandbett ging. Knöcheltief sank man in den weichen Sand ein und die Strecke schien nicht enden zu wollen. Nach dieser letzten Kraftprobe wurde noch einmal die Psyche auf den Teststand gestellt. Die letzten drei km führten entlang der Außenmauer der White Sands Missile Range. Wohlwissend, dass das Ziel in greifbarer Nähe ist, mussten diese drei km unter Mobilisierung der letzten körperlichen und geistigen Kräfte noch überwunden werden. Dann endlich kam das Ziel in Sichtweite und viele Zuschauer beklatschten und bejubelten die Marschierer. Ein Motivationsschub, der den meisten Marschierern dazu verhalf, die Ziellinie im Laufschritt zu überqueren.
Hauptfeldwebel Michael Schädle
Hauptfeldwebel Falko Schöneweiß
Für das Fliegerische Ausbildungszentrum der Luftwaffe war der Bataan Marsch 2005 eine äußerst erfolgreiche Veranstaltung. Dreimal wurden Podiumsplätze erreicht. Hauptfeldwebel Michael Schädle errang einen souveränen Gesamtsieg. In nur 2 Stunden 49 Minuten flog er förmlich über die Strecke und erbrachte damit einen neuen Streckenrekord.
Hauptmann Timo Friederich konnte in 3 Stunden 54 Minuten die Kategorie Militär ohne Gepäck für sich entscheiden. Hauptfeldwebel Falko Schöneweiß bewältigte mit über 16 kg Gepäck auf dem Rücken die Strecke in unglaublich schnellen 5 Stunden 14 Minuten. Eine Leistung, die ihm den Respekt aller Marschierer und den zweiten Platz in dieser Kategorie einbrachte.
Die guten Platzierungen des Fliegerischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe sind ein herausragendes Ergebnis. Noch schöner ist es jedoch zu erleben, wie jeder einzelne Teilnehmer über sich selbst hinauswächst und im Gedenken an die Kameraden verbündeter Streitkräfte diese Tortur auf sich nimmt. Denn die Männer und Frauen haben ausdauerndes und hartes Training über Monate auf sich genommen, um an diesem beeindruckenden Marsch teilnehmen zu können. Text: Jürgen Sickmann Stabsfeldwebel u. InformMstr -FlgAusbZLw Holloman,NM,USA Bilder: FlgAusbZLw Holloman
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