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Vortrag am 03.03.05 in Fürsty

Am 3. März 2005 trug Oberst a. D. Rolf Korth bei der Sektion München vor zum Thema:
„Taktischer Lufttransport in den frühen Jahren der Luftwaffe, von der Noratlas bis zum Übergang zur Transall“.
R. Korth, zuletzt Kommodore des Lufttransportgeschwaders 61, wollte - nach seinen eigenen Worten - mehr erzählend berichten als im gehobenen Sinne des Wortes vortragen. Gerade die Aufbauzeit der Luftwaffe, die er als Einsatzpilot auf der Noratlas miterlebte, bemühte er sich aus der kritischen Sicht des „jungen, ambitionierten, alles besser wissenden Fliegeroffiziers“ zu schildern. Er ergänzte den Vortrag durch Erlebnisschilderungen aus seinem Transportfliegerleben mit mehr als 8000 Flugstunden, gut 2000 davon auf  der Nora.

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Die aus den späten 40er Jahren in Frankreich entwickelte Nord 2501 „Noratlas“ basierte auf technischen Grundideen, wie sie in der Gotha „Go 244“, einem hauptsächlich an der Ostfront eingesetzten Transportflugzeug neuer Auslegung, schon 1942 verwirklicht worden waren. Besonderer Schwerpunkt: Ihr ebener, von hinten frei zugänglicher, durchgehender Laderaum, ein erheblicher Vorteil gegenüber den Spornradflugzeugen mit seitlicher Ladetür; wie sie bis dahin vorherrschten. 

Geprägt waren die frühen Jahre der Luftwaffe auch durch das Spannungsfeld zwischen den „Alten“, erfahrene Weltkrieg 2 Piloten, die in der Aufbauzeit den Lufttransport führten und formten, und den nachdrängenden „Jungen“, die mit ihren Ideen das später gültige Kriterium des „flächendeckenden Lufttransportes“ schon damals gedanklich vorwegnahmen. Mit der 20 Tonnen Noratlas, „nicht so sehr ein taktisches Transportflugzeug und beileibe kein Kampfzonentransporter“ war der Lufttransport zuerst wohl angemessen, dann aber sehr bald unzureichend ausgestattet. Schon bei ihrer Einführung in die Luftwaffe war die Nora kein modernes Flugzeug mehr. Geringe Geschwindigkeit, begrenzte Reichweite und Ladekapazität, keine Druckkabine, kein Radar, alles zusammen „ein Hauch von Saint Exupery“. „Geliebt“, so der Vortragende, „hat die Nora wohl keiner, aber – sie war halt unser Flugzeug!“ 1971 verließ die letzte von ursprünglich 186 Noras die Transportverbände. Zehn waren in den Einsatzjahren durch Flugunfälle verloren gegangen, acht davon mit Verlust von Menschenleben, z. T. der ganzen Besatzung.
Der Übergang zur Transall war für die Lufttransporter der Eintritt in eine neue Dimension der Fliegerei: größer, schneller, höher, professioneller und regelmäßig über die Grenzen Europas hinaus und transatlantisch.

Oberst a. D. Korth ist jetzt Vorsitzender der „Traditionsgemeinschaft Noratlas im LTG 61“, die auf dem Fliegerhorst Landsberg eine Noratlas pflegt und als Ausstellungsstück erhält. 
Eine freiwillige französische Besatzung überführte dieses Flugzeug im September 1987 nach Landsberg. Es war ein ein Geschenk für das LTG 61 zu dessen 30. Geburtstag. Die deutschen Noratlas waren – soweit sie nicht zu weiterem Einsatz in andere Länder gingen – alle verschrottet worden. 
Weder die Luftwaffe noch das LTG 61 oder dessen Traditionsgemeinschaft „Gamsbock“ waren damals bereit, das Flugzeug zu übernehmen und zu erhalten. So bildete sich eine Gruppe von freiwilligen Enthusiasten, die dafür sorgten, dass die Maschine konserviert und auf dem Fliegerhorst aufgestellt wurde, wo sie nun Mittelpunkt des Lebens der Gemeinschaft ist und von interessierten Kreisen besichtigt werden kann. 

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