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Aviatikreise in die Schweiz

ImageIm Juni diesen Jahres besuchten 16 Freundeskreismitglieder aus München 2 Tage die Schweiz. Constantin Hürlimann , unser Schweizer Freundeskreismitglied, organisierte vortrefflich zusammen mit dem Unterzeichner eine Reise der Superlative!

Pünktlich vor dem Einstieg in den Reisebus starteten 4 x F/A-18 Hornet der Schweizer Luftwaffe in Dübendorf in der Nähe von Zürich.Der Himmel war weiss-blau und im Hintergrund ein traumhafter Blick auf das Säntismassiv.Zuerst besuchten wir in einer Sonderführung das kürzlich erweiterte Museum der Schweizerischen Fliegergtruppe in Dübendorf. Die von der Firma Max Vogelsang neu errichtete freitragende Halle in Holzbauweise enthält nunmehr zusätzlich verschiedene Exponate der Fliegerabwehrtruppen.

Impressionen aus dem Museum:

ImageAus den Anfängen 1916 eine Häfeli DH-1, eine Dewoitine D-27 Hochdecker im Militärzelt, eine Bücker Jungmeister aufgehängt in der Empfangshalle, eine ME-109 D der Schweizer im 2.Weltkrieg, eine P-51 Mustang , der letzte Jäger mit Propellerantrieb nach dem 2. Weltkrieg, dann der Beginn des Jetzeitalters mit Vampire und Venom, der legendären Hunter und der Mirage III C. Aber auch wenig bekannte Eigenentwicklungen, die nie in Serie gegangen sind, wie der Jagdbomber P-16 oder die futuristische N-20 Aiguillon mit 4 in den Trägflächen eingebauten Turbinen mit Schubverstellung zur Verkürzung der Startstrecke.

Was dieses Museum auszeichnet ist die Nähe zum Flugplatz mit den dort stationierten und voll ausgebuchten 4 x JU-52 sowie den militärisch genutzten Teil, der von der Museumsgallerie sehr gut einzusehen ist.
Das Mittagessen nahm die Gruppe im Kasino der Schweizer Luftwaffe ein. Wir sahen auch deutsche Uniformträger, ein Zeichen der immer enger werdenden Verbundenheit zu ausländischen Luftwaffen. So sahen wir anschließend aus nächster Nähe den Start von 4 x F/A-18 Hornet , dem modernsten Jet der Schweizer, zu einer Übung nach Süddeutschland.

Das Anlassen der Turbinen mit an- und abschwellendem Ton , das Anklappen der Flügelspitzen, Test aller Klappen und schließlich dem Doppelstart mit Nachbrenner Richtung Deutschland.war ein Erlebnis der besonderen Art.
Interessant auf diesem traditionsreichen Flugplatz ist die sonst nur schwerlich zu findende Vielzahl an Fluggeräten. So die F-5 Tiger als von Milizionären geflogener leichter Luftraumüberwachungsjet. Die letzten 13 Mirage III RS Aufklärer, die Ende dieses Jahres stillgelegt werden. Wir sahen im Flug, Landung und anschließendem Tausch der Nassfilmkasetten einer der beiden Mirage III RS in den Farben weiss und schwarz als Zeichen der zu Ende gehenden Aufklärer. Auch die F-5 Tiger werden reduziert, wie zuvor auch die Hawk stillgelegt worden sind.

 

Die Mirage und die Hubschrauber Puma und Alouette III sowie einige PC-6 Leichttransporter mit Kurzstarteigenschaft sind in den ehemaligen Hangars der früheren Swissair, die bis 1948 in Dübendorf beheimatet war, auf Parkettboden abgestellt.

 

ImageWohltuend war die freundliche und fast nichts auslassende Führung unserer 2 Begleiter des Bundesamt für Verteidigung , die ansonsten für die aufwendige Wartung der Hornet und Tiger zuständig sind.
Am späten Nachmittag erfahren wir auf der Fahrt durch mehrere kleine Kantone der Innerschweiz durch unseren Reiseleiter Hürlimann wissenswertes über die Entstehung der Eidgenossenschaft. So waren wir in Morgarten, wo die erste Schlacht gegen die Habsburger siegreich für die Eidgenossen war und in Schwyz, wo der Bundesbrief aufbewahrt wird.
Die Fahrt führte uns weiter am wunderschönen Nordufer des Vierwaldstättersees entlang nach Vitznau am Rigimassiv.
Ein kurioser und sehr interessanter Teil unserer umfangreichen und vielfältigen Besichtigung begann. Wir waren Gast in einer Artilleriefestung , nun ein Festungsmuseum, das noch vor einigen Jahren streng geheim war.Es wurde 1941 in 15 Monaten in den Fels gehauen und ist eine von mehreren sich in der Schussbahn überlappenden Artilleriefestungen am Vierwaldstättersee.
2 x 10 cm Kanonen in perfekter Aussentarnung sind zu sehen. In den Munitionsbunkern sind ohne die Ladungen derzeit noch gut 1000 Granaten von ehemals 6000 Stück zu sehen.
Das Alpenreduit mit einer Unzahl von zwischenzeitlich aufgelassenen, weiter bestehenden und zu Museen umfunktionierten oder für andere zivile Zwecke verwendete Festungen ist gewaltig in seinen Dimensionen.
Vitznau als eine der kleineren Festungen hatte rund 120 Mann Besatzung, die für Wochen autark dort leben konnten. Dafür stehen eine aufwendige Belüftung mit Aktivkohlefilter, Wasserreservoir, Energiezentrale, Lazarett, Küche, Wohntrakt, Kommandozentrale und Selbstverteidigung zur Verfügung.
Unser Gruppe hatte das einmalige Vergnügen nicht nur dort gemütlich zu Abend zu essen und sich zuzuprosten, sondern auch müde und zufrieden nach einem erlebnisreichen Tag in die Feldbetten im Militärschlafsack zu nächtigen.

 

Anderntags fuhren wir mit der Fähre über den See - im Rücken nun das Rigimassiv- bei herrlichem Wetter.
Um 10 Uhr empfing uns in Stans in den bekannten Pilatusflugzeugwerken unser Führer. Rund 1000 hochqualifizierte Mitarbeiter bauen mit einer erstaunlichen Fertigungstiefe die weltweit bekannten und geschätzten Turboprobtrainer PC- 7, den neuesten Nachfolger PC-21 sowie das Kurzstart- und -landeflugzeug PC-6 sowie die zivile einmotorige PC-12.
Die von und nach den Pilatusflugzeugwerken an - und abfliegenden Maschinen überqueren bei Grün die Landstraße und befinden sich dann auf dem ehemaligen Militärflugplatz Buochs.
Dort war unser nächstes Ziel beim Shelter, den Max Vogelsang mit seiner P-51 Mustang und seit kurzem der renovierten Morane 406 , belegt hat.
ImageEin Gruppenbild vor der legendären Mustang schloss sich an, mit dem derVerfasser vor 2 Jahren über die Schweizer Alpen mitgeflogen ist.
Am Himmel waren einige kurvende PC-7 zu sehen und ob dies nicht schon genug war, hob ein Blimbluftschiff mit seinen Passagieren zu einem Rundflug ab.
Der Tag endete zuletzt bei Max Vogelsang in Wohlen ,der dort seine Holzbaufirma betreibt. Allerdings hat er zwischenzeitlich sein Hobby zum Beruf gemacht. Nachdem er ein guter Freund des leider tödlich verunglückten Kunstflugweltmeister Christian Schweizer war, baut er quasi als sein Vermächtnis ein eigenes Kunstflugzeug die Votec 332.
Es war interessant zu sehen wie ein kleines hochqualifiziertes Team Metallgitterbau für die Zelle und Flügel aus Holz mit einer Bruchlast von 16 t d.h. mehr wie 25 g beherrscht.
Die Außenverkleidung der Zelle ist aus GFK,. die beiden Sitze sind ergonomisch hervorragend gestaltet mit Rundumblick und der 330 PS starke Motor gibt genügend Leistung.
Zugelassen ist die Votec 332 als Experimentalflugzeug d.h. mindestens 51 % muß in Eigenleistung gebaut werden.

ImageEs soll eine Kleinserie von 5 Flugzeugen vorerst aufgelegt werden mit folgenden technischen Daten:
Leergewicht 600 kg - max. Speed 360 km/h - Lycoming AE 10 540 mit 330 PS - 7,3 m Spannweite und 6,5 m Länge - Range 3 Stunden und Belastung positiv/negativ 10 g.

 

Neben dem Bau von Kunstflugzeugen widmet sich die Gruppe um Max Vogelsang auch der Überholung von z.B. Bücker und anderen Oldtimern der Lüfte.

 

Fazit der Reise:
Eine ungeahnte Fülle an Eindrücken in der Militärfliegerei und Zivilfliegerei, Besuch einer Artilleriefestung im Alpenreduit mit "Hotelfunktion" inmitten einer wunderbaren Landschaft sowie der Besuch bei den Pilatusflugzeugwerken und dem bewundernswürdigen Salfmadman Max Vogelsang waren dank Constantin Hürlimann eine unvergessene Reise.


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