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01.05.2010 - Das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr

 

 

Bericht zum Vortrag von Oberst i.G. Harald Borst, Leiter des Weltraumlagezentrums der Bundeswehr in Kalkar am 21.04.2010

 

 

 

Der Weltraum - unendliche Weiten

 

Leider stimmt das nicht mehr so ganz, denn im Weltraum wird es immer enger. Gerade auf den wichtigen Umlaufbahnen drängen sich die Satelliten dicht an dicht.

Doch das ist noch nicht alles: neben den Satelliten bewegt sich noch eine ungeheure Anzahl von Weltraumschrott um die die Erde. Dieser Schrott, im Fachjargon auch „Space Debris" genannt, umfasst beispielsweise alte, ausgediente Satelliten, Bauteile von Raketen, ausgebrannte Oberstufen und sonstiger Müll, den die bemannte und unbemannte Raumfahrt im Weltall hinterlassen hat: man denke beispielsweise an eine verlorene Werkzeugtasche bei einem Ausbordeinsatz an der Internationalen Raumstation ISS.

All diese Objekte, dieser Schrott, bedrohen unsere Satelliten, von denen mittlerweile große Bereiche unseres beruflichen wie privaten Alltags abhängen, da sie mit sehr hohen Geschwindigkeiten auf ähnlichen Bahnen um die Erde kreisen.

Eine Kollision kann  einen Satelliten schlimmstenfalls zerstören, quasi zerbersten. Diese Trümmerteile setzen ihren Weg auf den Umlaufbahnen fort und bedrohen so weitere Satelliten. Dies führt zu dem sogenannten Kaskaden-Effekt: Kollisionen pflanzen sich selbstständig fort, weil bei jeder Kollision mehr Debris entsteht. Es gibt genügend Objekte, Satelliten wie Weltraumschrott, die zwangsläufig aufeinander prallen und wiederum zum Space Debris beitragen.

Dieser bedrohliche Umstand macht es nötig, dass man auf der einen Seite für die rapide ansteigende Zahl von Satelliten eine Art „Straßenverkehrsordnung" einführt - das sog. „Space traffic Management" - auf der anderen Seite die Umlaufbahnen der Satelliten genauestens überwacht, um etwaige Kollisionen vorhersagen zu können und somit beispielsweise Ausweichmanöver starten zu können.

Genau dieses Überwachen, also das Erstellen eines Weltraum-Lagebildes, ist die Aufgabe des Weltraumlagezentrums der Bundeswehr im niederrheinischen Kalkar / Uedem.

Am 21. April 2010 stellte Oberst i.G. Harald Borst, Leiter des Weltraumlagezentrums, diese Einrichtung im Rahmen der monatlichen Vortragsreihe des Freundeskreis Luftwaffe e.V. und der DGLR vor Mitgliedern, interessierten Gästen und Vertretern der Raumfahrt-Agentur vor. Der Vortragssaal im Gebäude der DLR Raumfahrt-Agentur in Bonn-Oberkassel war wieder einmal mehr ein passender Rahmen für diese Veranstaltung. (twc)

 

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